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Grevenbroich
Erste Großtagespflege in der Innenstadt

Grevenbroich: Erste Großtagespflege in der Innenstadt
Michael Karrenberg, Geschäftsführer der Mikas, vorm Objekt der zukünftigen Großtagespflege in der ehemaligen Hausmeisterwohnung. FOTO: D. Staniek
Grevenbroich. Die Stadt ist in Not, es fehlen etwa 130 Kindergartenplätze. Nach einer Großtagespflege in Kapellen soll jetzt eine weitere Einrichtung in Zusammenarbeit mit der Mikas an der Graf-Kessel-Straße zur Betreuung von neun Kindern entstehen. Von Valeska von Dolega

"Wir sind relativ weit", bilanziert Michael Karrenberg, Geschäftsführer des freien Jugendhilfeträgers Mikas, den Stand der Dinge. "Die Großtagespflege öffnet auf jeden Fall in diesem Jahr", sagt er über das Objekt, das an der Graf-Kessel-Straße entstehen wird. Wann genau das sein wird, ist bislang unklar. Denn in der vormaligen Hausmeisterwohnung, die noch bis vor kurzem bewohnt war, müssen umfassende Umbaumaßnahmen durchgeführt werden, so dass aus dem zweigeschossigen Häuschen eine zur Betreuung von Kleinkindern adäquate Bleibe entsteht.

Insgesamt etwa 100 Quadratmeter an der Grundschule St. Martin sowie ein Austritt in einen "malerischen Garten", wie Karrenberg sagt, sollen künftig Aufenthaltsort für maximal neun Kinder sein. "Es könnte ein U3-Angebot werden, das ist aber nicht zwingend festgelegt", heißt es über den gegenwärtigen Stand der Dinge.

In Zusammenarbeit mit den verantwortlichen städtischen Mitarbeitern wie der Fachbereichsleiterin Birgit Schikora oder Kolleginnen wie Elisabeth Ridder ist ein Konzept entwickelt worden. Das lehnt sich an das Mönchengladbacher "Lena"-Modell (kurz für: "Leben und Entwickeln nutzt allen") an und soll in enger Kooperation mit dem nahe gelegenen Familienzentrum am Hartmannweg realisiert werden. Eltern können dann das Beratungsangebot im Familienzentrum sowie die Turnhalle in unmittelbarer Nachbarschaft nutzen, wie Michael Karrenberg ausführt.

Im Frühjahr dieses Jahres kamen die Verantwortlichen der Stadt auf das Mikas-Team zu. Die Ex-Einliegerwohnung war damals bereits ausgewählt worden, um Adresse der ersten innerstädtischen Großtagespflege zu werden. Im oberen Geschoss sollen für die Kleinen Ruheräume entstehen, unten ist Platz für die sanitären Anlagen, eine Spielfläche und eine Küche. Der "Charme und Charakter" des Gartens soll erhalten bleiben, dem Vernehmen nach soll er romantisch wild, allerdings frei von piksenden Dornen oder sonst wie gefährlichem Grün sein. "Das muss eben alles kindgerecht und passend sein", verweist er auf Aspekte der Sicherheit.

Im Rahmen der Umgestaltung müssen die aktuellen Brandschutzauflagen umgesetzt werden, das Gesundheitsamt nimmt später den ordnungsgemäßen Zustand der Küche ab. Für alle handwerkerischen und baulichen Maßnahmen ist die Stadt verantwortlich. Parallel dazu kümmert sich das Mikas-Team mit dem Verein B!Fair um passendes Personal zur Kinderbetreuung, das so genannte Tagespflegepersonal. "Wir haben bereits einige interessante Bewerbungen vorliegen", wie in anderen Städten auch rein weiblich, Tagesväter scheinen auch in Grevenbroich Mangelware zu sein.

Drei Tagespfleger sollen die Kinder betreuen, das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Schulungen und Qualifizierungen können am Edith-Stein-Forum in Neuss absolviert werden. Zwar ist noch einiges zu tun, Michael Karrenberg ist aber zuversichtlich, dass im Herbst aus der Tagespflege fröhliches Kinderlachen zu hören sein wird.

Quelle: NGZ
 
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