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Grevenbroich
Erster Memoriam-Garten eingeweiht

Grevenbroich. Auf dem Friedhof in Elsen ist ein besonderer Ort der Besinnung, Trauer und Begegnung entstanden. Frank Krüppel und Michael Geuer haben einen parkähnlichen Memoriam-Garten verwirklicht - den ersten im Grevenbroicher Stadtgebiet. Von Carsten Sommerfeld

Seit gestern gibt es offiziell eine neue Begräbnisform in Grevenbroich - den Memoriam-Garten. Die erste Grabstätte ist bereits belegt. Auf rund 300 Quadratmetern ist mitten auf dem Elsener Friedhof eine Anlage entstanden, die so gar nicht den meisten Friedhöfen gleicht. Rechtwinklig angelegte Wege und Grabflächen sind hier passé, stattdessen dominiert bei der Wegeführung die Figur des Kreises. "Es gibt keinen Anfang und kein Ende - der Tod ist nicht das Ende des Lebens", erklärt Gartenbautechniker Frank Krüppel, der in Kooperation mit Steinmetzmeister Michael Geuer den Memoriam-Garten verwirklicht hat. Krüppels Tochter Alexandra übernimmt das Marketing.

Kaplan Florian Ganslmeier und Pfarrerin Monika Ruge weihten den Memoriam-Garten ein. "Es ist wichtig, für die letzte Ruhestätte vor der Auferstehung einen Ort der Geborgenheit zu haben", sagte Kaplan Ganslmeier. Und Pfarrerin Monika Ruge merkte an: "Das Äußere, die Bestattungsformen, ändert sich. Das Innere aber bleibt das dasselbe. Ohne Auferstehung würde es kein Christentum geben."

Der Memoriam-Garten ist Teil der Bemühungen, das Begräbnisangebot auf den städtischen Friedhöfen zu erweitern, um der sich wandelnden Nachfrage gerecht zu werden. In mehreren Stadtteilen sind bereits pflegeleichte Rasengräber möglich. In Gustorf wird in der Trauerhalle ein Kolumbarium mit Urnenwänden eingerichtet, und in Elsen ist nun der erste Memoriam-Garten entstanden. "In einer Zeit der Vielfalt der Lebensstile haben wir hier die Möglichkeit für eine individuelle Grabform geschaffen", erklärt Frank Krüppel. Der Memoriam-Garten sei zudem für Menschen gedacht, die das Grab ihrer Angehörigen nicht selbst pflegen können. Der Vertrag mit der Firma "Blumen Gärtnerei Krüppel" umfasst auch die Grabunterhaltung über die Grabpflegezeit.

Das Prinzip des Gartens spiegelt sich an vielen Stellen wider, etwa bei der Anlage der Grabflächen. So werden die Grenzen zwischen vielen Urnenfamiliengräbern lediglich durch einzelne Steine angedeutet. Ein kleiner Pavillon mit Bänken könnte auch in einem Park stehen. Er lädt zum Verweilen und zur Besinnung ein. Im Zentrum des Gartens der Erinnerung liegt ein großes Urnengemeinschaftsgrab mit dem 3,50 Meter hohen "Engelsbaum". Der Grevenbroicher Künstler Jörg Schröder hat die markante Skulptur geschaffen. Für eine Reihe von Urnenfamiliengräber gestaltet er auch künstlerisch gestaltete Stelen aus Stahl.

Beim Rundgang fallen etliche Grabsteine ohne Namen auf. "Die Steine sind Vorschläge, die Angehörigen können den Grabstein individuell auswählen", betont Michael Geuer. Bereits bei der Anlage des Garten sind "viele Menschen gekommen und haben gefragt, was hier entsteht", sagt er. Auch gestern kamen Interessierte. "Die Nachfrage nach dieser Begräbnisform ist da", sagt Frank Krüppel. "Wir haben schon über eine Erweiterung des Memoriam-Gartens nachgedacht und darüber mit der Stadtverwaltung gesprochen."

Quelle: NGZ
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