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Grevenbroich
Ertrinkenden aus Kanal gerettet: NRW-Ministerin lobt Südstädter

Grevenbroich. Jetmir Ameti kann sich noch gut an den 7. Juli erinnern - an den Tag, an dem der Südstädter half, einen Mann vor dem Ertrinken aus dem Rhein-Herne-Kanal zu retten. Gestern erhielt der 44-Jährige in Mönchengladbach für seinen Einsatz damals eine Anerkennung. Landesministerin Ina Scharrenbach überreichte - vertretend für den erkrankten Ministerpräsidenten Armin Laschet - 17 Bürgern, die unter Einsatz ihres Lebens andere Menschen gerettet haben, die Rettungsmedaille. Darunter war der Polizist Julius Eckert aus Essen, der in den Kanal gesprungen war. Ihm hatten Jetmir Ameti und der Polizist Thorsten Pohl bei der Rettungsaktion geholfen, beide erhielten dafür jetzt eine Öffentliche Belobigung. Von Carsten Sommerfeld

Als der Vorfall im Juli passierte, war Jetmir Ameti beruflich am Rhein-Herne-Kanal zwischen Essen und Bottrop unterwegs. Der Garten- und Landschaftsbauer war dort mit einem großen Mäh-Traktor bei der Arbeit. "Als ich zwischendurch Tee trinken wollte, sah ich einen Mann auf dem Rücken im Wasser liegen. Er bewegte sich nicht, ich dachte, er sei tot", schildert der Südstädter. Eine Jogginghose und einen Pulli habe der Mann getragen.

Ameti lief zur nahen Brücke, rief dem im Kanal Treibenden zu - keine Reaktion. Er alarmierte die Polizei, "die waren nach einer bis anderthalb Minuten da".

Mit den Polizisten sei er die Treppen hinter zum Ufer des Rhein-Herne-Kanals gelaufen. Plötzlich habe der totgeglaubte Mann im Wasser um Hilfe gerufen. ",Er lebt!', rief einer der Polizisten. Er zog sich bis auf die Shorts aus und sprang ins Wasser", berichtet Jetmir Ameti. Zusammen mit dem anderen Ordnungshüter half er, den Mann über die Spundwand des Kanals an Land zu ziehen, "da kamen auch schon Feuerwehr und Rettungsdienst." Der fast Ertrunkene habe noch berichtet, dass ihm schwindelig geworden war und er in den Kanal gefallen sei.

Jetmir Ameti ist stolz auf die Belobigung. "Ich bin ein Typ, der gerne hilft", sagt der verheiratete Vater von drei Kindern, der aus Skopje in Mazedonien stammt und seit 26 Jahren in Deutschland lebt, von sich. Beispielsweise helfe er älteren Menschen oder Kindern, über vielbefahrene Straßen zu kommen.

Vor wenigen Wochen konnte der 44-Jährige, wie er berichtet, auch bei einem anderen Unfall in Neuss helfen. "Ein Mann war aus dem Bus ausgestiegen und wollte über die Straße in Richtung Bahnhof, als er von einem Auto erfasst wurde. Eine Frau und ein Mann, der Sanitäter ist, haben sich um ihn gekümmert. Ich habe den übrigen Verkehr gestoppt", schildert Jetmir Ameti.

Quelle: NGZ
 
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