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Grevenbroich
Esel und Pony bereit fürs Krippenspiel

Grevenbroich: Esel und Pony bereit fürs Krippenspiel
Pfarrer Michael Diezun hat einen Esel und ein Pony schon für sein lebendiges Krippenspiel ausgesucht. Auch ein Kamel wird er ausleihen können. Und Schafe sollen auch noch dazu kommen. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Pfarrer Michael Diezun bereitet ein lebendiges Krippenspiel für den Heiligabendgottesdienst in Gustorf vor. Esel, Pony, Schafe und sogar ein Kamel stehen schon zur Ausleihe bereit. Konfirmanden spielen Maria, Josef und die Hirten. Von Gundhild Tillmanns

Ungewohnte Laute werden sich an Heiligabend in den Gemeindegesang in der evangelischen Kirche in Gustorf mischen: Ein lautes Pferdewiehern, ein Esel, der "I-Ah" ruft, blöckende Schafe und sogar ein mehr oder weniger lautes Kamel werden tatsächlich nicht nur zu den Gottesdienstbesuchern gehören, sondern die Heiligabendfeier aktiv mitgestalten. Denn der neue Gemeindepfarrer Michael Diezun stellt derzeit die Darsteller für ein lebendiges Krippenspiel zusammen.

Wichtig dabei: "Die Tiere müssen lieb und zahm sein, damit es keinen Tumult in der Kirche gibt", sagt der Pfarrer lächelnd. Deshalb werde er vorwiegend ältere Vierbeiner aussuchen, fügt er hinzu. Zwei Darsteller, nämlich ein zahmes Pony und einen braven alten Esel, hat er auch bereits bei Familie Jakobs in der Nachbarschaft der Gustorfer Kirche gefunden. Und Schafe für das Krippenspiel zu finden, dürfte für Diezun auch kein Problem darstellen. "Ich habe hier quasi um die Ecke einen Schäfer", freut sich der Theologe, der lange Zeit in Südafrika gelebt und gearbeitet hat, über das ländliche Umfeld seiner neuen Pfarrstelle in Grevenbroich.

Und als besondere Attraktion wird Diezun sogar ein echtes Kamel im Nachmittagsgottesdienst ab 15 Uhr präsentieren. Kontakt hat er zu einem kleinen Familienzirkus in Bedburg, der dort sein Winterquartier aufgeschlagen hat und ihm ein Kamel ausleihen wird. Übrigens hatte der Pfarrer bereits im Vorfeld, als unsere Zeitung über die geplante lebendige Krippe erstmals berichtete, auch eine Negativreaktion eines Tierschützers: "Der Mann hat sich beklagt, die Kamele im Zirkus seien alle gequälte und vernachlässigte Tiere", gibt Diezun die Beschwerde wieder, auf die er so reagiert habe: "Ich habe den Mann daraufhin zu unserem Krippenspiel eingeladen, damit er sich in der Kirche davon überzeugen kann, dass kein gequältes Kamel mitspielen lassen", betont der Pfarrer.

Ansonsten seien die Reaktionen aber positiv, freut sich Diezun, der aus Südafrika auch bisher ungekannte Impulse mit ins Gemeindeleben bringt. Während die tierischen Darsteller fürs lebendige Krippenspiel jetzt schon ausgewählt werden, müssen sich die Konfirmanden, die die handelnden Personen darstellen sollen, noch etwas mit der Rollenbesetzung gedulden. Denn dabei geht der Pfarrer auch strategisch-pädagogisch vor: Maria und Josef sollen nämlich von Jugendlichen dargestellt werden, die sich im Konfirmandenunterricht auch positiv hervortun. Und die Zahl der Hirten will er dann bestimmen, wenn er auch weiß, wie groß die "Schafherde" sein wird, die er sich fürs Krippenspiel ausleihen kann.

Natürlich gehört zu einem lebendigen Krippenspiel auch ein passendes "Bühnenbild". Dafür hat er schon einige Gemeindemitglieder als fleißige Helfer im Sinn, die aus Latten einen entsprechend hohen Stall bauen sollen, in dem Maria und Josef und das Christkind einen würdigen Platz finden sollen - wobei das Jesuskind als einziger nicht lebender Darsteller durch eine Babypuppe ersetzt werden soll. Nach dem Heiligabendgottesdienst wird der Krippenstall allerdings wieder abgebaut. Und die ausgeliehenen Tiere kehren nach ihrem großen Auftritt wieder auf die Höfe und in den Zirkus zurück.

Quelle: NGZ
 
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