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Grevenbroich
Ex-Bürgermeisterin will Buch schreiben

Grevenbroich: Ex-Bürgermeisterin will Buch schreiben
Ursula Kwasny stellte sich auf dem blauen NGZ-Sofa im Hotel Montanushof den Fragen von Redaktionsleiter Ludger Baten. Unterstützt wurde der Talk einmal mehr von der Raiffeisenbank Grevenbroich. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Auf dem blauen NGZ-Sofa zog Ursula Kwasny nicht nur eine Bilanz ihrer Amtszeit. Sie schilderte auch ihre Pläne für die Zukunft. Unter anderem will sie ein Buch über die schönen und amüsanten Seiten des Bürgermeister-Jobs schreiben. Von Wiljo Piel

Ursula Kwasny will ein Buch schreiben. Nicht, um mit der Politik abzurechnen, wie es ihr Vorgänger Axel Prümm getan hat. Vielmehr möchte die 63-Jährige die amüsanten Seiten ihres nun abgelaufenen Bürgermeisteramtes schildern. "Es sind herrliche Geschichten passiert, die ich gerne aufschreiben möchte", sagte Kwasny. Ein Beispiel: Als sie einer 90-Jährigen aus der Südstadt wiederholt die Geburtstagsgrüße von Rat und Verwaltung überbrachte, habe die Jubilarin sie zur Seite genommen und mit ernster Miene gefragt: "Wir haben doch seit fünf Jahren eine Bürgermeisterin - kannst Du mir mal sagen, warum die immer nur Dich zu meinen Geburtstagen schickt?"

Es wurde gelacht, und manchmal floss auch eine Träne, als Kwasny auf dem blauen NGZ-Sofa gegenüber Redaktionsleiter Ludger Baten eine Bilanz ihrer Amtszeit zog. Unter den interessierten Zuhörern im Hotel Montanushof befanden sich politische und berufliche Weggefährten der ehemaligen Bürgermeisterin, aber auch Tanja Schynke und Christian Jansen von der Raiffeisenbank Grevenbroich, die den Sofa-Talk unterstützt.

Sicherlich falle ihr der Abschied aus dem Rathaus schwer, gab Kwasny zu, doch die damit verlorene Macht schmerze sie nicht wirklich: "Ich bin nie ein Machtmensch gewesen", skizzierte sie sich selbst: "Ich war jemand, der das Geld mehr zusammengehalten als ausgegeben hat." Worauf sie stolz ist: Als Kwasny das Bürgermeisteramt 2009 übernahm, habe die Pro-Kopf-Verschuldung in Grevenbroich bei etwa 1500 Euro gelegen, bei ihrem Abschied waren es 638 Euro. "Das wird aber nicht zu halten sein", meinte sie mit einem Blick auf ihren Nachfolger. Sie habe aber das Gefühl, Klaus Krützen ein gut bestelltes Feld hinterlassen zu haben. "Er kann auf meiner Arbeit aufbauen", betonte Ursula Kwasny selbstbewusst.

Die 63-Jährige hinterließ den Eindruck, gerne Bürgermeisterin gewesen zu sein, die mit "wenig Geld viel auf den Weg gebracht" habe. Die Sanierung der Museums-Fassade habe sie sich bei Sponsoren erbettelt, die Renovierung des Bahnhofs an der Theke erkämpft. Und in Kapellen seien unter ihrer Regie nicht weniger als 1300 "neue und hochwertige Arbeitsplätze" entstanden - "doch keiner sieht das", bedauerte Ursula Kwasny.

Dass es mit dem Sieg bei der Stichwahl nicht geklappt hat, schmerzt die Neuratherin nachhaltig: "Das hat an der geringen Wahlbeteiligung gelegen. In unseren Hochburgen lag sie nur bei 20 Prozent - das ist zu wenig", wagte Kwasny einen Erklärungsversuch. Groll gegenüber ihrer Partei hege sie nicht, die Union habe sie im Wahlkampf gut unterstützt, unterstrich Ursula Kwasny auf dem blauen Sofa. Ihr klares Bekenntnis: "Die CDU bleibt meine Heimat."

Echte Freundschaft habe sie vor allem in den heimischen Bruderschaften, Schützen- und Kirmesvereinen erlebt: "Da sind über Jahre hinweg feste Bindungen entstanden", betonte die ehemalige Verwaltungschefin, die diese Kontakte auch über ihre Amtszeit hinaus weiterhin pflegen möchte. "Wahlen verliert man", erklärte Kwasny: "Nicht aber die Freunde, die man gewonnen hat."

Quelle: NGZ
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