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Grevenbroich
Experte hofft auf Sternschnuppen-Flut

Grevenbroich: Experte hofft auf Sternschnuppen-Flut
Dieter von Montfort neben einem Teleskop mit Blick auf einen beispielhaften Himmel voller Sternschnuppen. FOTO: Andreas Woitschützke
Grevenbroich. Die partielle Mondfinsternis ist vorbei. Jetzt stehen romantische Nächte bevor. Der August ist wegen der Vielzahl von Sternschnuppen bestens geeignet, in den Himmel zu gucken, wie Hobby-Astronom Dieter von Montfort empfiehlt. Von Valeska von Dolega

Abends reist Dieter von Montfort gerne zur Milchstraße oder in ferne Galaxien. Sein Transportmittel sind seine Augen. Als Hilfsmittel nutzt der pensionierte Mathe- und Physiklehrer schon mal ein Fernrohr. "Aber nicht, wenn es um Sternschnuppen geht. Die beobachte ich so." Im August steht dem leidenschaftlichem Hobby-Astronom einiges bevor.

Dieser Monat nämlich ist prädestiniert für die Beobachtung der sogenannten Perseiden. Romantiker nennen sie Sternschnuppen. "Jedes Jahr, rund um den 10. August, ist der Himmel voll von ihnen", weiß der Fachmann. Schwärmerische Seufzer wie frisch Verliebten entweichen ihm zwar nicht, den Herzensfaktor der fallenden Sterne kann er aber gut nachvollziehen. "Da liegt das Märchen vom ,Sterntaler' nahe - und die Vorstellung, Wünsche könnten in Erfüllung gehen", sagt er. Die Wissenschaft sieht anders aus: "Da kommt ein Komet angesaust, der eine Schuttspur hinterlässt, und die sieht der Himmelsbeobachter dann als aufblitzendes Etwas", erklärt er unangestrengt. "Ich hoffe inbrünstig, dass der Himmel wolkenfrei sein wird - das wären optimale Sichtverhältnisse. Auf dem Land sind die ohnehin besser als in der Stadt." Schöne klare Nächte gibt es öfter als in den Metropolen, wo Lichtverschmutzung herrscht, wie das durch viele Lampen und Laternen künstlich aufgehellte Firmament fachmännisch benannt wird. Allerdings schmälert auch ein Vollmond das pure Sternschnuppen-Kuschelvergnügen, auch er strahlt bekanntlich hell.

Dieter von Montfort, der zu jedem Planeten eine hörenswerte Anekdote erzählen kann und ironisch die Entfernung von Lichtjahren zu Menschenjahren benennt, nebenbei einen Kreuzzug durch die Geschichte mit Kopernikus, Keppler oder Galilei vermittelt, hat sich für seine nächtlichen Betrachtungen eine eigene Sternwarte ins Dachgeschoss seine Garage gebaut. "Hier stört mich im schlimmsten Fall das Flutlicht des benachbarten Sportplatzes", sagt er. "Betrüblicherweise haben wir ja bloß etwa 50 klare Nächte im Jahr". Dann aber sitzen er "und die Kumpels schon mal eine ganze Nacht und gucken". So wie beispielsweise im September 2015, als sich eine partielle Mondfinsternis wunderbar beobachten ließ. "Anders als jetzt, da gab es wirklich nichts zu sehen", beurteilt er das Ereignis vom Wochenbeginn: Der Mond war "angeknabbert und wolkenverhangen, innerhalb von kurzen 20 Minuten war bei uns im Westen der Zauber vorbei".

Die Entdeckung des Himmels ist spannend. Das von Dieter von Montfort aufgenommene Bild zeigt einen Ausschnitt der Plejaden, ein Sternenhaufen, der im Herbst und Winter zu sehen ist. FOTO: L. Berns

Gibt es am Himmelszelt wegen mieser Witterungsverhältnisse mal nichts zu erkunden und zu entdecken, sitzt der Pensionär, der ehrenamtlich das kleine Einmaleins der Astrologie den Schülern der dritten und vierten Klasse der St.-Hubertus-Schule in Neuss-Reuschenberg vermittelt, an seinem Rechner. Diverse Astro-Programme simulieren verschiedene Sternenbilder, die sich auch bei Wolken betrachten lassen. Tatsächlich hat aber auch der wissenschaftlich orientierte Astronom seine schwer romantische Seite. "Winterhimmel sind die schönsten", schwärmt er über Sterne, Gasnebel und puren Genuss.

Quelle: NGZ
 
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