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Grevenbroich
Experten zeigen Artenvielfalt auf der Königshovener Höhe

Grevenbroich. Naturkunde-Exkursionen durch ehemalige Tagebaue.

Zum "Tag der biologischen Vielfalt" veranstaltet die Forschungsstelle Rekultivierung von RWE am Sonntag, 22. Mai, eine Exkursion auf der Königshovener Höhe. Unter der Leitung von Fachleuten können sich Interessierte über das Artenreichtum auf der Hochhalde informieren.

Das 1998 für die Öffentlichkeit freigegebene Rekultivierungsgebiet hat sich zu einem Rückzugsgebiet für Vögel entwickelt. Nach einer Kartierung des Grevenbroicher Umweltbeauftragten Norbert Wolf leben auf der Hochhalde rund 130 Vogelarten, etwa 40 davon sind streng geschützt. Darüber hinaus haben sich seltene Pflanzen auf dem ehemaligen Tagebaugebiet angesiedelt: Ein Großteil der bisher im Stadtgebiet nachgewiesenen wilden Orchideenarten blüht auf der Königshovener Höhe. Im vergangenen Jahr entdeckte Orchideenjäger Martin Werner aus Erkelenz dort die "Grünliche Wahldhyazinthe" - es war die 13. Art, die in Grevenbroich nachgewiesen wurde. "Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass es bundesweit nur 60 Arten gibt", sagt Hans-Josef Bolzek vom Arbeitskreis heimischer Orchideen.

Die Königshovener Höhe ist aber auch ein Paradies für Schmetterlinge. Dort flattern allein sieben Arten, die nach der Roten Liste im Naturraum als ausgestorben gelten - das hat eine Untersuchung des Schmetterlingsforschers Rudi Seliger ergeben. Darunter sind etwa der himmelblau schillernde Kurzschwanz-Bläuling oder der unscheinbare Aethes fennicana, ein kleiner Nachtfalter, für den es gar keinen deutschen Namen gibt.

Der Grevenbroicher Oliver Tilmanns vom Kölner Büro für Faunistik und RWE-Power-Experte Gregor Eßer leiten die etwa dreistündige und acht Kilometer lange Wanderung. Es vorbei an Feldrändern mit Wildblumen, Apfelplantagen und sogar einem Weinberg, der auf der weitläufigen Hochfläche zu finden ist. Treffpunkt für die Exkursion ist der Parkplatz an der Königshovener Mulde bei Frimmersdorf.

Am selben Tag werden von RWE zwei weitere Exkursionen durch ehemalige Braunkohle-Abbaugebiete angeboten. Um 10 Uhr beginnt eine fünf Kilometer lange Wanderung durch die Rekultivierungs-Landschaft zwischen den Elsdorfer Ortsteilen Berrendorf und Grouven, um 14 Uhr startet eine Fahrradtour, die durch die Indeaue bis auf die Höhe von Jülich-Kirchberg führt. Für alle drei Angebote ist eine Anmeldung unter der Rufnummer 0800 8833830 erforderlich.

Quelle: NGZ
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