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Grevenbroich
FC-Fans genießen Aufstieg zum Bayern-Jäger

Grevenbroich: FC-Fans genießen Aufstieg zum Bayern-Jäger
FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle (Mitte, kariertes Hemd) war im Jahr 2015 ein prominenter Gast des Fanclubs. FOTO: Linda Hammer
Grevenbroich. Viele Jahre hatten es die Fans vom 1. FC Köln nicht leicht, mussten sie doch mehrmals den Abstieg in die 2. Bundesliga hinnehmen. Nach fulminantem Bundesligastart ist Köln jetzt Bayern-Jäger - die Freude ist groß. Von Anne Richter

Norbert Nürnberg hat gute Laune. Der Geschäftsführer des FC-Köln-Fanclubs "Jetzt erst recht 2007" und seine Mitstreiter mussten beim fulminanten Saisonstart noch keine Niederlage ihrer Mannschaft erleben, sogar gegen die Bayern stand es am Ende unentschieden. Der Lohn: Platz Zwei in der Tabelle und das Etikett Bayern-Jäger. "Es gibt keine Stadt, die so hinter ihrem Verein steht", schwärmt Nürnberg über Köln. Die alles verbindenden Elemente sind schnell ausgemacht: Karneval, FC und Kölsch. "Mal oben stehen, das soll man als FC-Fan einfach mal genießen", findet der 60-Jährige. "Mein Sohn ist 25, der hat bisher nur Ab- und Aufstiege miterlebt", erklärt er weiter. Die letzte Meisterschaft des 1. FC Köln in der Saison 1977/78 ist eben schon eine Weile her. Keine Wunder also, dass die Stimmung im Stadion momentan oft "gänsehautmäßig" ist, wie Nürnberg es beschreibt.

Wer jetzt aber erwartet, dass der gesamte Fanclub vor Euphorie ausrastet und schon Reisen zu Champions-League-Gegnern plant, liegt falsch. Ganz wie FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke mahnt auch Norbert Nürnberg zum "ruhig bleiben": "Es waren gerade erst sieben Spiele, jetzt schon von Champions-League reden, ist zu früh", winkt er ab und lenkt den Blick auf das schwere Spiel, das am kommenden Samstag ansteht. "Mit einem Punkt in Berlin könnte ich gut leben."

Live dabei sein wird dann Fanclub-Mitglied Karl-Theo Meisen - wie eigentlich bei allen Spielen in den vergangenen Jahren. Mit seinem Reisebüro bietet er die Auswärtsfahrten für FC-Fans auch an. Doch er tritt ebenfalls auf die Euphorie-Bremse: "Champions-League ist noch utopisch, das braucht alles Zeit", sagt der 59-Jährige. Seit die neue Führung beim FC am Ruder sei, gehe es aber stetig aufwärts. Irgendwann in den nächsten Jahren, so glaubt Meisen, werde der 1. FC Köln international dabei sein.

Insgesamt hat der Fanclub "Jetzt erst recht 2007" etwa 130 Mitglieder aus dem gesamten Rhein-Kreis Neuss und der Umgebung. Aber nicht alle haben eine Dauerkarte und sind bei den Heimspielen immer dabei. Meist seien es etwa 30 Fans, die sich am Grevenbroicher Bahnhof versammeln um zum Spiel zu fahren, erzählt Norbert Nürnberg. In Köln hat der Fanclub seine Stammkneipe im Ehrenfelder Brauhaus. Dort kommen die Mitglieder vor und nach dem Stadionbesuch zusammen, momentan häufig um auf ein gutes Spiel anzustoßen. Nürnberg ist mit dem aktuellen Team sehr zufrieden: "Das ist 'ne Mannschaft, die harmoniert." Auch bei Trainer Peter Stöger spart der Fanclub-Geschäftsführer nicht mit Lob: "Der macht das gut, jeder Spieler bekommt seine Chance."

Und wenn es am Ende der Saison immer noch gut um den "Effzeh" steht und der jetzt schon viel besungene "Europapokal" tatsächlich auch erreicht wird? "Wir hatten eine Wette mit Werner Spinner: Wenn der FC aufsteigt, gehen wir zu Fuß nach Köln", erzählt Nürnberg. Das habe der Fanclub dann nach dem letzten Aufstieg auch gemacht. Wenn Köln international spielt, werde es sicher wieder eine ähnliche Aktion geben.

Quelle: NGZ
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