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Grevenbroich
FDP fordert erneut Mensch-Tier-Friedhof

Grevenbroich. Nachdem sich Tierfreunde in Grefrath jetzt mit ihren Lieblingen beisetzen lassen dürfen, erinnern die Liberalen an ihren Antrag aus 2015. Das Kostenargument der Verwaltung, sagen sie, greife nicht. Von Julia Hagenacker

Für Menschen wie Manfred Baum aus Grefrath, der im vergangenen Oktober seinen Hund Muck verloren hat, ist es ein großer Wunsch: Die letzte Ruhestätte mit dem "besten Kumpel auf vier Pfoten" zu teilen. In Essen-Frintrop ist das bereits seit 2015 möglich, in Grefrath und jetzt auch in Viersen hat die Politik einer entsprechenden Änderung der Friedhofssatzung zugestimmt. Was in Grevenbroich bislang auf breite Ablehnung stieß, findet mittlerweile sogar die Kirche in Ordnung, denn im Grefrather Stadtteil Mülhausen hat das Bistum Aachen jetzt erstmals in Deutschland eine Mensch-Haustier-Bestattung auf einem katholischen Friedhof erlaubt.

Geht es nach den Vorstellungen von Markus Schumacher, kommt das Thema in Grevenbroich jetzt erneut aufs Tableau. Denn: Über den Tod hinaus liebende Tierhalter wie Manfred Baum, da ist sich der FDP-Partei- und Fraktionschef sicher, gibt es überall. "In einer globalisierten Welt, in der die Menschen immer älter und irgendwann auch einsamer werden, wird das Tier zum emotionalen Bezugswesen", sagt er.

Schon seit vergangenem Jahr fordern die Liberalen deshalb die Einrichtung von Mensch-Tier-Friedhöfen in Grevenbroich. Ein entsprechender Antrag scheiterte im für das Friedhofswesen zuständigen Umweltausschuss. "Als entscheidender Grund wurden von der Verwaltung damals zusätzliche Kosten genannt, die auf die Stadt zukommen", erinnert sich Schumacher. "Dabei wird genau andersherum ein Schuh draus: Wenn wir es schaffen, möglicherweise als erste Kommune im Kreis ein besonderes Bestattungsangebot zu schaffen, das auch für Menschen von außerhalb attraktiv ist, dann wird der Steuerzahler vor Ort entlastet, was unser Ziel ist." Derzeit, sagt der FDP-Chef, belege Grevenbroich in Bezug auf die Bestattungskosten im Ranking des Bundes der Steuerzahler mit 3449 Euro nämlich einen Platz im negativen Spitzenfeld.

Ganz allgemein ist die Erlaubnis für ein gemeinsames Begräbnis an mehrere Bedingungen geknüpft. Grundvoraussetzung ist, dass sowohl Mensch als auch Tier eingeäschert werden. Außerdem ist nur die Bestattung von Haustieren möglich, also verhältnismäßig kleinen Lebewesen wie Hunden oder Katzen. Die sterblichen Überreste des Tieres gelten dann als Grabbeigabe im Sinne des Friedhofs- und Bestattungsgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen und werden - zeitlich versetzt statt, nach der Bestattung des Verstorbenen - in einer gesonderten Urne beigesetzt. In Essen, heißt es, gebe es Interessenten aus ganz Deutschland. "Ich würde mir wünschen, dass die Verwaltung das Thema jetzt von sich aus noch einmal aufgreift", sagt Markus Schumacher.

Kritik an den Mensch-Tier-Friedhöfen hatte es in Grevenbroich auch von der katholischen Kirche gegeben. Im Erzbistum Köln, heißt es jetzt, verfolgt man die Entwicklung in Grefrath mit großem Interesse.

Quelle: NGZ
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