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Grevenbroich
Ferienspaß statt Flüchtlinge im Zeltdorf?

Grevenbroich: Ferienspaß statt Flüchtlinge im Zeltdorf?
FOTO: Berns Lothar
Grevenbroich. Die CDU fordert: Vereine und Verbände sollen die Leichtbauhallen am Hagelkreuz für Sommer-Camps nutzen. Von Wiljo Piel und Carsten Sommerfeld

Die Stadt soll die vier Leichtbauhallen am Hagelkreuz für Ferien-Aktionen freigeben - dort könnten Sommer-Camps für Kinder und Jugendliche organisiert werden. Das schlägt die CDU in einem Antrag für den Rat vor. "Da bisher noch keine Flüchtlinge in die Hallen eingezogen sind, wäre das eine sinnvolle Alternative", sagt die Ratsfrau und Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende Heike Troles. Die Zelte sollten nicht leer stehen, sondern übergangsweise heimischen Verbänden und Vereinen für Freizeitaktivitäten zur Verfügung gestellt werden. "Angesichts des kalten und regnerischen Sommerwetters wird ein solches Angebot sicher gerne angenommen", vermutet Troles.

Mit dem Aufbau der bis zu 50 Meter langen und 15 Meter breiten Leichtbauhallen wurde im Frühjahr auf einem rund 4000 Quadratmeter großen Areal am Eingang zur Innenstadt begonnen. Die mit Duschen und Toiletten ausgerüsteten Zelte bieten Platz für maximal 160 Menschen. Weil der Flüchtlingsstrom in abebbte, wurden die Unterkünfte bisher noch nicht genutzt.

Nach Meinung der CDU eignen sie sich ideal für Sommerferien-Freizeiten: "Sie sollten in den nächsten Wochen den Organisatoren von Stadtranderholungen und anderen Veranstaltungen angeboten werden", sagt Heike Troles. In den Zelten könnte unabhängig vom Wetter gebastelt und gespielt werden, auch Sport und gemeinsame Übernachtungen seien möglich. Die Union drängt darauf, dass über ihren Antrag schon morgen im Rat abgestimmt wird, damit sich die Stadtverwaltung noch vor Beginn der Ferien mit Vereinen und Verbänden in Verbindung setzen kann.

Allerdings steht noch nicht fest, ob die vier Leichtbauhallen überhaupt noch längere Zeit leer stehen werden. Die Stadt hatte sich direkt nach dem Brand des Asylbewerberheims in Düsseldorf bereit erklärt, als Amtshilfe bis zu 100 Flüchtlinge aus der Landeshauptstadt unterzubringen, sie sollen am Hagelkreuz einziehen. "In den nächsten Tagen werden wir erfahren, ob und wie viele Menschen kommen", erklärt Stadtsprecherin Ines Hammelstein. Eine weitere offene Frage: "Die Bezirksregierung hat Grevenbroich und anderen Kommunen geschrieben, dass sie ab Ende Juli wieder mit der Zuweisung von Flüchtlingen rechnen müssen", sagt die städtische Fachbereichsleiterin Heike Steinhäuser. Genaueres ist bislang nicht bekannt.

Nach dem Konzept der Stadt ist geplant, dass Neuzugewiesene zunächst in den Leichtbauhallen leben und von dieser "Drehscheibe" aus weiter in andere Unterkünfte verteilt werden. In den vergangenen Monaten waren nur vereinzelt Asylbewerber eingetroffen.

Auf die "Drehscheiben"-Funktion der Zelte könnte vorübergehend verzichtet werden, meint Heike Troles. Zudem habe die Stadt ihrer Meinung nach ausreichend Flüchtlingsunterkünfte, die leer stehen würden: "Zum Beispiel das alte Finanzamt, das schon im Frühjahr fertiggestellt werden sollte."

Quelle: NGZ
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