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Grevenbroich
Fernwärme kommt bald aus Neurath

Grevenbroich: Fernwärme kommt bald aus Neurath
Viele Häuser in Frimmersdorf erhalten künftig Fernwärme vom Kraftwerk Neurath (hinten), dafür muss eine Rohrleitung verlegt werden. Das Kraftwerk Frimmersdorf, das bislang für Heizwärme sorgt, geht 2017 in die Reserve. FOTO: NGZ-Foto LBER
Grevenbroich. RWE Power bereitet sich auf Oktober 2017 vor, wenn die letzten beiden Blöcke des Kraftwerks Frimmersdorf in Reserve gehen. Die Fernwärme für rund 450 Häuser soll dann das Kraftwerk Neurath liefern, dafür ist eine neue Leitung nötig. Von Carsten Sommerfeld

Ab Ende 2017 werden über dem Kraftwerk Frimmersdorf wohl nur noch sporadisch Dampfschwaden zu sehen sein - die beiden letzten aktiven 300-Megawatt-Blöcke "Paula" und "Quelle" werden ab Oktober 2017 in die Sicherheitsbereitschaft überführt, werden Teil der von der Bundesregierung geplanten Kapazitätsreserve. Bei RWE laufen zurzeit die Vorbereitungen. Ein wichtiges Thema dabei: die Fernwärme für Frimmersdorf, Gustorf und Gindorf. Das heiße Wasser soll künftig aus dem Kraftwerk Neurath statt aus Frimmersdorf kommen. "Die betroffenen Bewohner brauchen keine Sorge zu haben, dass sie im Kalten sitzen. Die Versorgung wird sichergestellt", betont RWE-Sprecher Jan Peter Cirkel.

Vor rund 16 Jahren waren in den Orten etliche Fernwärmeleitungen verlegt worden. Nach RWE-Angaben werden heute rund 450 Häuser in Frimmersdorf und Gustorf/Gindorf mit Heizwärme versorgt. "Dazu gehören auch mehrere öffentliche Gebäude - beispielsweise die Grundschule in Frimmersdorf, der Kindergarten an der Kaster Straße und das neue Feuerwehrgerätehaus", erläutert Stadtsprecherin Ines Hammelstein.

Bislang lieferte für sie alle das Kraftwerk Frimmersdorf das Wasser. Künftig ist das nicht mehr möglich, weil die Blöcke die meiste Zeit wohl abgeschaltet sein werden. "Die Fernwärmeversorgung wird dann durch das Kraftwerk in Neurath sichergestellt. Dafür planen wir eine neue Rohrleitung, die das Kraftwerk Neurath an das bestehende Fernwärmenetz anbindet", erläutert Cirkel. Details - etwa zum Verlauf der Leitung oder zu den Kosten - nennt RWE noch nicht. "Die Planung läuft noch", so der Sprecher. Erst 2012 war im Kraftwerk Frimmersdorf für rund 5,2 Millionen Euro eine Hilfskesselanlage errichtet worden, damit die Nachbarn bei Ausfällen der Blöcke nicht frieren müssen. Der Konzern prüft nun, ob die Anlage weiter bereit gehalten wird.

Bisher liefert das Kraftwerk Neurath bereits die Wärme für Häuser in einem Neurather Viertel, ebenso erhält der Tomaten-Gewächshauspark Heizenergie. Der Anschluss weiterer Teile von Neurath an die Fernwärme war vor einigen Jahren nicht zustande gekommen. "Eine Erweiterung des Fernwärmenetzes ist nicht geplant", betonte Jan Peter Cirkel. Auch bei anderen Fragen hat RWE den Oktober 2017 im Blick. "Wir bereiten uns in Projekten mit organisatorischen und personellen Fragestellungen auf die Sicherheitsbereitschaft vor", sagt Cirkel. "Beispielsweise befassen wir uns mit der Frage, mit welchen Maßnahmen Systeme konserviert werden können, damit sie nicht rosten." Auch Konzepte für den Probebetrieb, bei dem die Funktionstüchtigkeit getestet wird, werden erarbeitet.

"Paula" und "Quelle", in denen rund 200 Beschäftigte arbeiten, werden für drei Jahre in der Bereitschaft bleiben und dann endgültig abgeschaltet. Ab Herbst 2017 bleibt bis zur Stilllegung "eine reduzierte Betriebsmannschaft". Wie groß die ist, steht noch nicht fest. " Wir wollen den erforderlichen Stellenabbau sozialverträglich gestalten", sagt Cirkel.

Und wie es geht es danach am Standort weiter? Zur Nachnutzung gebe es "noch keine konkreten Pläne. Wir werden den Zeitraum, in dem die Blöcke P und Q sich in der Sicherheitsbereitschaft befinden, nutzen, um die langfristige Weiterentwicklung des Standortes konzeptionell auch im Sinne der Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) zu gestalten", so der Sprecher.

Quelle: NGZ
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