| 18.40 Uhr

Grevenbroich
Feuerwehr rettet Schwäne zwei Mal

Grevenbroich: Eskorte für Schwäne zum Neurather See
Grevenbroich: Eskorte für Schwäne zum Neurather See FOTO: Staniek
Grevenbroich. Eine Schwanenfamilie mit vier Küken hat am Mittwochabend für einen zweistündigen Einsatz von Feuerwehr und Polizei gesorgt. Die Tiere waren zu einem Spaziergang durch Frimmersdorf aufgebrochen. Die Einsatzkräfte eskortierten die Schwäne zum Neurather See. Am frühen Donnerstagabend büxten die Schwäne noch einmal aus. Von Marcel Kleifeld

Eine sechsköpfige Familie spaziert die Straße In der Laag in Frimmersdorf entlang. Das Elternpaar mit den vier Kindern hat es nicht eilig. Sie lassen sich auch von Passanten und Autos nicht stören. Soweit nicht ungewöhnlich. Doch die Familie war eine ganz besondere: Sechs Schwäne waren zu einem Spaziergang der besonderen Art aufgebrochen. Erst mit Hilfe eines besorgten Passanten sowie von Polizei und Feuerwehr wurden die Entenvögel zum Neurather See eskortiert. Die Rettungsaktion dauerte zweieinhalb Stunden.

Entlaufene Tiere in der Region FOTO: Kreispolizeibehörde Mettmann

Für Werner Düster nahm der abendliche Spaziergang eine ungewöhnliche Wendung, als er die sechs tierischen Spaziergänger sah. "Die Schwäne konnten ja nicht einfach weiter in Richtung Hauptstraße laufen", sagt der 54-Jährige im NGZ-Gespräch. Düster kümmerte sich um den Verkehr, damit den Schwänen nichts passierte. Anwohner riefen schließlich die Polizei. Auch die Feuerwehr stieß dazu.

Kuriose Tierrettungen in Düsseldorf 2014 FOTO: Feuerwehr

Die Schwäne legten währenddessen eine kleine Pause in einem anliegenden Garten ein. Dort fielen die Schwanenküken in ein kleinen Loch. Düster half ihnen wieder hinaus. In ganz langsamen Tempo, gewissermaßen Schwanenschrittgeschwindigkeit, führten Düster und zwei Feuerwehrmänner – gefolgt von einem Feuerwehrwagen mit Blaulicht – die Schwäne zum sicheren Wasser. Nach Feuerwehrangaben kommen solche Ausflüge von Schwanenfamilien zu dieser Jahreszeit häufiger vor.

"Es war sehr interessant, die Schwäne so nah zu erleben", sagt Werner Düster. Die Tiere seien sehr zutraulich und zahm gewesen. Sie hätten weder gefaucht noch geschnappt. Für weitere Rettungsaktionen solcher Art stehe er gerne wieder zur Verfügung, merkt Düster schmunzelnd an.

Am Donnerstagabend folgte dann ein Déjà-vu-Erlebnis: Die Feuerwehr musste wieder zur Schwanenrettung ausrücken. Nach Feuerwehrangaben war es wohl dieselbe Schwanenfamilie. "Wahrscheinlich müssen wir die Schwäne jetzt jeden Tag retten", scherzte ein Feuerwehrmann.

Die Feuerwehr betonte, dass Tiere grundsätzlich wie Menschen behandelt würden. Man werde Tieren in Notlagen somit helfen. Wenn es sein müsse, auch jeden Tag.

 
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