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Grevenbroich
Feuerwehr: Wie Bürger bei Bränden richtig reagieren

Grevenbroich: Feuerwehr: Wie Bürger bei Bränden richtig reagieren
Einsatz der Jugendfeuerwehr: Beim Brandschutztag zeigten die Nachwuchskräfte, wie sie den Brand eines kleines Holzhauses löschen. FOTO: lothar berns
Grevenbroich. Beim Brandschutztag riet die Feuerwehr Kapellen dazu, Schlafräume und Flure mit Rauchmeldern auszustatten. Von Christian Kandzorra

Nach dem verheerenden Brand in einem Londoner Hochhaus, der mindestens 79 Menschen das Leben gekostet hat, fragen sich viele Menschen auch in Grevenbroich, wie sie richtig reagieren, wenn bei ihnen ein Feuer ausbricht. Die Feuerwehrleute des Löschzugs Kapellen gaben Bürgern jetzt bei ihrem Brandschutztag einige Tipps; gleichzeitig nutzten die Retter den Tag der offenen Tür in ihrem Gerätehaus, um auf sich aufmerksam zu machen und die Arbeit der Feuerwehr insgesamt vorzustellen. Die Kapellener Löscheinheit, die rund 30 aktive Feuerwehrleute zählt, rückt pro Jahr durchschnittlich zu 50 Einsätzen aus.

Doch wie verhalten sich Bürger am besten, wenn sie feststellen, dass es bei ihnen zuhause brennt? Und wie können sie sich bereits vorher wappnen? "Rauchmelder sind besonders wichtig. Wir empfehlen immer, Rauchmelder vor allem in Schlafräumen, Fluren und Räumen zu installieren, in denen Elektrogeräte stehen. So werden Hausbewohner überhaupt erst rechtzeitig gewarnt", sagt der stellvertretende Löschzugführer Andreas Kühnel. Er betont: Nicht die Flammen an sich machen einen Brand für Menschen so gefährlich, sondern vielmehr der Rauch, den sie bei einem Feuer einatmen. "Zu viel Aktionismus kann schädlich sein. Deshalb sollten Betroffene grundsätzlich sehr schnell die 112 wählen und die Feuerwehr alarmieren. Wer sein Haus aufgrund eines Brandes verlässt, sollte die Türe zuziehen, um zu vermeiden, dass das Feuer noch mehr Sauerstoff bekommt und es sich schneller ausbreitet. Dann sollten Betroffene ihre Nachbarn warnen", rät Kühnel. Um der Feuerwehr den Löschangriff zu erleichtern, sollten Hausbewohner immer einen Schlüssel mitnehmen, damit sich die Einsatzkräfte schnell Zutritt verschaffen können. "Das spart Zeit." Um frühzeitig bemerkte Brände noch in ihrer Entstehung effektiv zu bekämpfen, empfehlen die Kapellener Wehrleute Feuerlöscher. "Handelsübliche Pulverlöscher sind ausreichend. Das Pulver setzt sich aber in alle Poren - eine Reinigung ist schwierig. Empfehlenswert sind daher Schaumlöscher für Feststoffe wie Holz und Flüssigkeiten wie Benzin", erzählt Andreas Kühnel. Was viele nicht wissen: Wegen vorbeugender Brandschutzmaßnahmen rückt die Wehr gar nicht mehr so oft zu Bränden aus. Technische Hilfeleistungen nehmen hingegen zu. So steigt vor allem die Zahl der Verkehrsunfälle. "Gerade bei Verkehrsunfällen ist es für uns als Feuerwehr wichtig zu erfahren, wo der Unfall genau passiert ist. Autofahrer sollten wissen, wie sie bei ihrem Navigationsgerät ihren exakten Standort abfragen können", sagt Kühnel.

Beim Brandschutztag wurden auch zwei Löschfahrzeuge und eine Drehleiter gezeigt. Spannend wurde es auch beim Einsatz der Jugendfeuerwehr, die vor dem Feuerwehrhaus in Kapellen ein brennendes Holzhäuschen ablöschte und ihr Können unter Beweis stellte.

Quelle: NGZ
 
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