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Grevenbroich
Feuerwehr: Zugeparkte Straßen ein Risiko

Grevenbroich: Feuerwehr: Zugeparkte Straßen ein Risiko
Schmale, zugeparkte Straßen machen der Feuerwehr zunehmend Probleme. Auf der Unterstraße in Wevelinghoven hat die Feuerwehr jetzt getestet, wie sie mit der 18 Tonnen schweren Drehleiter durchkommt. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Die Feuerwehr hat bei Einsätzen immer mehr Probleme, zwischen parkenden Autos durchzukommen - vor allem auf schmalen Straßen stockt die Fahrt. Auf der Unterstraße in Wevelinghoven gab es jetzt Testfahrten mit der Drehleiter. Von Carsten Sommerfeld und Wiljo Piel

Falsch geparkte und unbedacht abgestellte Autos machen der Feuerwehr immer mehr zu schaffen - denn die großen Fahrzeuge der Einsatzkräfte kommen vor allem auf schmalen Straßen oft kaum durch. "Wir haben zunehmend Probleme, wegen parkender Autos schnell den Einsatzort zu erreichen", sagt Udo Lennartz, Leiter der Feuerwehr Grevenbroich. Bürgermeister Klaus Krützen will das Thema nun bei allen Stadtteilgesprächen ansprechen und Autofahrer für das Thema sensibilisieren.

In acht Minuten nach Alarmierung sollen die ersten Einsatzkräfte vor Ort sein - das ist die Vorgabe für die Feuerwehr. Doch oft wird die rasche Anfahrt jäh gestoppt. "Immer wieder gibt es kaum ein Durchkommen", berichtet Lennartz. "Autos stehen im absoluten Halteverbot, parken an Kreuzungen bis dicht an die Einmündungen oder versperren trotz Schildern die Feuerwehrbewegungsfläche", nennt er Beispiele.

Auf der Unterstraße in Wevelinghoven hat die Feuerwehr jetzt aktuell getestet, wie sie mit der 18 Tonnen schweren Drehleiter durchkommt. Beim Stadtteilgespräch hatten Anwohner problematische Verkehrverhältnisse beklagt. Autos im Gegenverkehr würden kaum aneinander vorbeifahren können, Baustellen die Fahrbahn einengen - ein Nadelöhr. Doch Lennartz weiß: "In mehreren Stadtteilen haben wir enge Straßen, auf denen wir nur schwer durchkommen - etwa im Grönlandgelände und auf der Goethestraße in Elsen, auf dem Akazienweg in Neuenhausen, am Laacher Haus oder in Gustorf auf der Kirch- und Mittelstraße sowie am Flachen Broich", nennt Lennartz Beispiele. "Unsere Fahrzeuge benötigen eine Durchfahrtbreite von drei Metern. Die Drehleiter ist rund neun Meter lang, wenn es dann eng wird, muss der Fahrer erst das Fahrzeug abbremsen, mühsam rangieren. Im Extremfall muss ein Feuerwehrmann aussteigen, den Fahrer durch den Engpass lotsen. Das kostet wertvolle Zeit, während irgendwo vielleicht Menschen auf Hilfe warten", schildert Lennartz.

Ein Problem sei auch, wenn auf schmalen Autos wechselseitig am Straßenrand geparkt werde "Dann müssen wir Slalom fahren. An solchen Stellen sollten Autos möglichst auf einer Seite abgestellt werden, damit wir besser durchkommen", appelliert Lennartz. "Wir können die Straßen nicht breiter machen, aber wir bitten Autofahrer, Rettungswege frei zu halten. Schließlich muss auch der Rettungsdienst schnell durchkommen." Ein weiteres Problem sind laut dem Feuerwehrchef Autos, die am Einsatzort den Zugang von Unterflurhydranten auf der Fahrbahn versperren. "Beim Dachstuhlbrand im Januar in Kapellen mussten wir ein Auto versetzen lassen", so Lennartz. Auf die Hydranten weisen rot umrandete Schilder hin.

Um die Behinderungen durch parkende Autos zu verringern, setzt er auf Information. "Wir wollen auf der städtischen Homepage Hinweise geben." Auch eine Flugblatt-Aktion sei denkbar. Verwaltungschef Klaus Krützen, der am Test auf der Unterstraße teilnahm, will die Hinweise von Bürgern ernst nehmen: "Auch an anderen Stellen soll ausprobiert werden, ob wir mit den Fahrzeugen durchkommen." Sein Appell: "Lieber 50 Meter weiter parken, um den Weg nicht zu versperren. Schließlich kann jeder selbst die Hilfe der Feuerwehr benötigen."

Quelle: NGZ
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