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Grevenbroich
Filmische Erinnerungen an eine Mundartdichterin

Grevenbroich. Renate Uhl hat gestern eine DVD mit dem Werk von Marlies Wassermann an das Grevenbroicher Stadtarchiv übergeben.

Renate Uhl hat einen Film an das Grevenbroicher Stadtarchiv übergeben, mit dem sie die Erinnerung an Marlies Wassermann wach halten möchte. Der etwa 20 Minuten lange Beitrag ist eine Hommage an die bekannte Wevelinghovener Mundartdichterin, die im Januar im Alter von 80 Jahren verstarb. Die DVD erhält deren schönsten Reime "op Platt".

Renate Uhl und Marlies Wassermann lernten sich in den 70er Jahren kennen, seitdem waren sie beste Freundinnen. Schon vor 13 Jahren entstand die Idee, die humorvollen, zugleich auch tiefgründigen Texte der Mundartdichterin für die Nachwelt zu erhalten. 2003 entstand der Film "Sonnestrohle", benannt nach einem der bekanntesten Gedichte der Wevelinghovenerin.

"Das war kurz bevor Marlies nach München zog, um ihren Kindern näher zu sein", erinnert sich Renate Uhl. Unmittelbar vor der Abfahrt in die neue Heimat streiften die beiden Freundinnen noch einmal gemeinsam durch die Gartenstadt. An besonderen Orten - wie dem historischen Rathaus oder dem alten Pavillon hinter dem ehemaligen Krankenhaus - rezitierte Wassermann ihre Texte und Uhl hielt das mit der Kamera fest. "Ich wollte eine bleibende Erinnerung", sagt die Filmemacherin. Für ihre neue DVD polierte sie das alte Filmmaterial noch einmal auf und versah es mit Aufnahmen, die in den darauffolgenden Jahren entstanden.

Renate Uhl hat damit einen Beitrag geleistet, der das Werk von Marlies Wassermann lebendig hält. Gedichte wie "Et Jeisterhüsje", "Muttertag 1942" oder "De Schiefeschötze" bleiben so der Nachwelt erhalten. "Das ist ein interessantes Material für unser Archiv", sagte Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack, der gestern gemeinsam mit Stadtarchivar Thomas Wolff die DVD entgegennahm. Unter anderem ist geplant, den Film im Rahmen eines Mundartabends im Museum der niederrheinischen Seele zu zeigen.

Der Schluss des Films bewegt. Er zeigt Marlies Wassermann, wie sie 2003 ihren Heimatort im dichten Schneetreiben verlässt, die letzten Szenen entstanden an der Erft. 13 Jahre später wurde die Dichterin im Altmühltal beerdigt - und vom Himmel fielen dicke Flocken.

(wilp)
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