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Grevenbroich
Fische in den Bäumen

Grevenbroich: Fische in den Bäumen
Dies ist noch ein Entwurf, doch solche Lichtinstallationen sind vom 21. bis zum 23. September im Stadtpark zu sehen. Beim „Unterwassertraum“ werden sogar Fische - natürlich als Projektionen - in den Bäumen schweben. Fo Fachhochschule Aachen FOTO: NGZ
Grevenbroich. Am Freitag beginnt der Aufbau für den "Wundergarten des Lichts" , der vom 21. bis 23. September den Stadtpark in eine Emotionen-Landschaft mit 25 Licht-Installationen verwandeln soll. Das Projekt ist ein Geschenk des Kunstvereins an die Grevenbroicher zu seinem 25-Jährigen. Von Carsten Sommerfeld

Grevenbroich Eine Frau tanzt über dem Teich im Braunkohlewäldchen, Lichtblitze zucken zwischen den Bäumen, mitten im Park stößt der Besucher auf ein buntes Korallenriff. Die Grevenbroicher werden vom 21. bis 23. September das Landesgartenschaugelände im Stadtpark wohl kaum wiedererkennen.

Unter der Leitung von Professor Rainer Plum verwandeln Studenten des Fachbereichs Design der Fachhochschule Aachen den Park in eine "Landschaft der Emotionen". "Das ist ein Gesamtkunstwerk aus über 20 Einzelereignissen", wie Dr. Christina Vogt am Donnerstag bei der Projektvorstellung erklärte. Die Kunsthistorikerin vom Aachener Suermondt-Ludwig-Museum begleitet das Projekt.

Mit viel Licht und Projektionsflächen von Stoff bis Fiberglasstäben werden im Park zwischen Ostwall und der Brücke vor der Apfelwiese Erlebnisräume geschaffen, die dem Betrachter Traum- und Zauberreiche öffnen, aber auch mit Disharmonien konfrontieren.

"Der ,Wundergarten des Lichts' ist ein Geschenk des Kunstvereins Grevenbroich zu dessen 25-jährigen Bestehen an alle Grevenbroicher", sagt Professor Hans-Rainer Willmen. Der Vorsitzende des Vereins betont, dass das Lichterlebnis für die Besucher kostenlos ist. "Wir sind erschöpft, aber guter Dinge", sagt Professor Plum nach anstrengenden Wochen. "Manches wird ganz leicht wirken, ist aber sehr aufwendig".

Die Verbindung zum Fachbereich hatte Künstlerin Anne Behrens hergestellt. Seit Monaten beschäftigen sich sechs Studenten aus dem vierten und neunten Semester, unterstützt von Zweitsemestern, mit dem Kunstprojekt. Sie entwarfen Lichtinstallationen, fertigten Entwürfe am Computer.

Dann wurde kräftig gebaut und geschweißt. "Wir haben gute Werkstätten", sagt Plum. Mehrere Meter hoch sind etwa die Blätter-förmigen Projektionsflächen - Gazé-Stoff auf einer Metallkonstruktion - für die Installation "Die Reise zum Mann im Mond".

Frederike Daun und Florian Götze gestalten den "Unterwassertraum". "Wir wollten das, was sich unter der Wasseroberfläche befindet, nach oben holen, haben dafür im Aquazoo in Düsseldorf einen Film gedreht", erzählt Frederike Daun. Daraus wird Erstaunliches: Eine Qualle wird in der Luft wabern, Blasen werden aufsteigen, Fische in den Bäumen zu sehen sein - alles aus Licht.

Für den "Surrealen Lichttanz" über dem Wasser im Braunkohlewäldchen hat Ola Czaplejewicz - "Ich bin Taucherin" - in einem Schwimmbecken "unter Wasser Filmaufnahmen von einer Tänzerin gemacht". Ein Anliegen der Organisatoren ist, möglichst viele Grevenbroicher einzubinden. Von der Kindertagesstätte Hartmannsweg bis zur Jugendkunstschule und zum Seniorenzentrum Lindenhof reicht der Kreis der Akteure, die sich mit Licht- und anderen Arbeiten beteiligen.

Viele Installationen der Studenten werden akustisch untermalt, die Werke sollen bei den Betrachtern individuelle Erlebnisse, Eindrücke wecken. Die Lichtquellen reichen von der flackernden Kerze bis zu moderner LED-Technik. Vieles bleibt noch zu tun, auch die Studenten, die von einigen Künstlerinnen unterstützt werden, sind aufs Ergebnis gespannt. Für den Eingang zum Gartenschaugelände bereitet Rainer Plum ein mehrere Meter hohes Hologramm - eine "Regenbogenstele" - vor.

Dafür setzen wir ganz starkes Halogenlicht ein. Die Technik wurde gerade erst geliefert, wir haben sie noch nicht ausprobiert." Am Freitag werden die ersten der insgesamt anderthalb Kilometer langen Stromkabel verlegt, den "Saft" fürs Licht liefern Generatoren, die die NVV und RWE Power ausleihen.

Überhaupt freut sich Professor Willmen über viele Sponsoren, die das Projekt mit ermöglichen, und " die hervorragende Unterstützung durch die Stadt". Die Projektkosten nannte er am Donnerstag nicht, sie würden unter früheren Erwartungen liegen. Plum kann sich bereits eine Wiederholung des Projekts vorstellen.

Quelle: NGZ
 
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