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Grevenbroich
Flexiblere Kita-Öffnung: Stadt startet Eltern-Umfrage

Grevenbroich. Jugendhilfeausschuss will den Bedarf für Kinderbetreuung in den frühen Morgen- und späten Abendstunden ermitteln. Von Wiljo Piel

In einer Umfrage soll ermittelt werden, ob Eltern flexiblere Öffnungszeiten in den Kindertagesstätten wünschen - also eine Betreuung ab 6 Uhr bis in die Abendstunden (18 oder 19 Uhr). Dafür hat sich jetzt der Jugendhilfeausschuss ausgesprochen.

Ursprünglich hatte die Stadt ein solches Vorhaben abgelehnt. Es gebe dafür keinen Bedarf, so der Erste Beigeordnete Michael Heesch, der sich dabei auf Erfahrungswerte der Verwaltung berief. Doch Mona Bergs vom Jugendamtselternbeirat war im Ausschuss anderer Ansicht: "Den Bedarf gibt es", zeigte sie sich überzeugt. Sie habe bereits eine eigene Umfrage unter Eltern starten wollen, sei aber von der Stadtverwaltung zurückgepfiffen worden. Der Grund: "Der Fragebogen hätte uns nicht weitergebracht", sagte Michael Heesch. Jetzt soll ein neues, mit allen Akteuren abgestimmtes Exemplar entworfen werden.

Für flexiblere Kita-Öffnungszeiten hatte sich die FDP stark gemacht. Die Liberalen regten an, dass sich die Stadt an dem mit 100 Millionen Euro ausgerüsteten Förderprogramm "Kita plus" der Bundesregierung beteiligen soll, das zusätzliche Betreuungszeiten finanziert. Berufstätigen Eltern oder Alleinerziehenden müsse eine qualifizierte Kinderbetreuung in den frühen Morgen- und späten Abendstunden angeboten werden - "auch das gehört zu einer familienfreundlichen Kommune", argumentierte Franziska Brandmann, Sachkundige Bürgerin der Freidemokraten.

Michael Heesch stimmte einer Umfrage grundsätzlich zu, warnte aber davor, dass - sollte tatsächlich ein Bedarf ermittelt werden - der Elternwunsch auch umgesetzt werden müsse. "Und das geht nicht zum Nulltarif", sagte der Erste Beigeordnete mit einem Blick auf den Haushaltssanierungsplan. Der Bund finanziere zwar das zusätzliche Personal - allerdings nur bis zum Jahr 2018. Danach sei es fraglich, ob die Stadt die Fachkräfte weiter beschäftigen dürfe.

Martin Braun von der Caritas riet dazu, das Umfrageergebnis abzuwarten. "Sollte sich herausstellen, dass nur ein oder zwei Kinder in Randzeiten betreut werden sollen, wäre das eine Verschwendung von Steuergeldern", sagte er: "Eine Kindertagespflege wäre dann vielleicht der bessere Ansatz." Sollte es einen höheren Bedarf geben, müsse der möglicherweise in einer Schwerpunkteinrichtung abgewickelt werden. "Die Frage ist, ob ein solches, nicht mehr wohnortnahes Angebot überhaupt angenommen wird", gab Braun zu bedenken.

Der Jugendhilfeausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, erst einmal den Elternwillen abzuklopfen, um dann gegebenenfalls in die weitere Planung einzusteigen. Die Umfrage soll nicht nur in den städtischen, sondern in allen Kitas durchgeführt werden. Ein Starttermin für die Fragebogen-Aktion steht noch nicht fest.

Quelle: NGZ
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