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Grevenbroich
Flüchtlinge aus Grevenbroich schreiben Brief an Bürgermeister

Grevenbroich. Sie wollten den Bürgermeister kennenlernen - persönlich. Um ihm von sich und ihrer Situation zu erzählen und einen Brief zu übergeben, in dem es um Dankbarkeit, Betroffenheit und eine konkrete Idee geht. Ende Januar haben in Grevenbroich lebende Syrer Klaus Krützen im Rathaus besucht und ihm ein gemeinsam verfasstes und von 30 Flüchtlingen unterzeichnetes Schreiben übergeben. Von Julia Hagenacker

"Wir sind vor Krieg, Terror und Tyrannei geflohen und sind eine gefährliche Reise angetreten, um mit unseren Familien in Frieden und Freiheit zu leben, eine gute Arbeitsplatzperspektive zu haben, unseren Kindern eine gute Schulung zu ermöglichen und wir wollen lernen, in einer Demokratie zu leben", heißt es darin. Und weiter: "In Grevenbroich sind wir mit großer Wärme empfangen worden (...) Wir sind sehr betroffen wegen der schrecklichen Angriffe auf Frauen in einigen deutschen Städten und sind beschämt, dass Flüchtlinge und Asylsucher in diese Aktionen verwickelt sind. Wir verurteilen diese Angriffe auf schärfste und hoffen, dass bei diesen Personen das deutsche Recht strengstens angewendet wird."

Nach den Neujahrsvorfällen in Köln und entsprechenden Berichten in der Presse spürten auch die in Grevenbroich lebenden Flüchtlinge bei einigen Deutschen eine klare Veränderung ihnen gegenüber, sagen die Briefunterzeichner. "Diese", heißt es in ihrem Schreiben an Krützen, "halten uns zum Teil dafür verantwortlich für das, was in Köln passiert ist. Sie bestehen darauf, dass wir eine wirksame, positive Rolle einnehmen, um die Situation klarzustellen, um neuen Flüchtlingen bei der Integration in die deutsche Gemeinschaft in der richtigen Weise zu helfen."

In Grevenbroich wollen die Absender des Briefes das nun tun. Sie haben vorgeschlagen, mit der Verwaltung eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu etablieren - um Verständnis füreinander zu schaffen und "eine gesunde und korrekte Integration der Flüchtlinge zu ermöglichen". Bürgermeister Krützen findet die Initiative gut. "Ich sehe es als absolut selbstverständlich an, dass wir als Stadt anbieten, was wir können, um das Zusammenwachsen zu beschleunigen", sagt er. Und: "Ein Termin im März für ein nächstes Treffen ist bereits ausgemacht."

Quelle: NGZ
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