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Grevenbroich
Flüchtlinge im Finanzamt: Minister sagt Prüfung zu

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen
Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: RP
Grevenbroich. Ralf Jäger will möglichst schnell prüfen lassen, ob sich das ehemalige Finanzamt an der Erckensstraße als Quartier für Flüchtlinge eignet. Das sagte der NRW-Innenminister gestern Nachmittag in einem Gespräch mit Bürgermeisterin Ursula Kwasny.

Jäger hatte die Spitzenvertreter der Kommunen mit Landesunterkünften nach Düsseldorf eingeladen. Bei dem Austausch, an dem auch eine Delegation aus Grevenbroich teilnahm, ging es vor allem um die Probleme vor Ort. Kwasny schilderte, dass die Stadtverwaltung auf Anweisung des Landes binnen weniger Stunden rund 150 Flüchtlinge untergebracht habe. Doch die in der Alten Feuerwache und der Turnhalle an der Schlossstraße eingerichteten Unterkünfte seien ihrer Meinung nach nicht optimal.

"Diese Quartiere lassen keine Privatsphäre zu", sagte die Bürgermeisterin in Düsseldorf. In Grevenbroich müsse es zu einer anderen Lösung kommen - und die sieht Kwasny im ehemaligen Finanzamt: "Dieses Gebäude steht seit mehreren Jahren leer, ohne dass es zu einem Verkauf gekommen ist. Für eine Unterbringung von Flüchtlingen ist das Objekt wesentlich besser geeignet als die jetzigen Notunterkünfte." Die Bürgermeisterin appellierte an Ralf Jäger, diese Alternative prüfen zu lassen. Das soll nun kurzfristig geschehen.

Vor allem forderten die Vertreter der Kommunen mehr Planungssicherheit: "Wir wissen nicht, wie lange unsere Stadt als Erstaufnahmestelle fungieren wird. Ich vermute, dass das länger als drei Monate sein wird, möglicherweise sogar ein halbes Jahr", sagte Ursula Kwasny nach dem Treffen gegenüber unserer Zeitung: "Wir brauchen einen verlässlichen Termin, damit wir wissen, wo wir dran sind."

Wie ihre Kollegen aus Nordrhein-Westfalen machte auch die Grevenbroicher Bürgermeisterin deutlich, dass sie eine volle Erstattung der Kosten von Bund und Land erwarte - vor allem mit Blick auf die finanzielle Situation der Kommune und das Haushaltssicherungskonzept. Zurzeit überprüft die Stadt, mit welchen Kosten die Erstaufnahmestelle bisher verbunden war.

(wilp)
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