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Grevenbroich
Flüchtlingskinder sollen in die Kindergärten

Grevenbroich. Stadt arbeitet an Konzept zur Integration. Die knappe Zahl an Plätzen stellt Stadt vor Herausforderung.

Mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen werden der Stadt auch immer mehr kleine Kinder auf Dauer zugewiesen. Die Verwaltung bereitet sich darauf vor, sie arbeitet an einem Konzept, wie diese Kinder ab drei Jahren in Kindertagesstätten integriert werden können. Zurzeit leben 79 Jungen und Mädchen bis fünf Jahren aus Flüchtlingsfamilien in Grevenbroich, die Stadt rechnet 2016 mit erheblichem Anstieg. Während Kleinere, auch wegen Kriegs- und Fluchterfahrung, oft im Familienkreis verbleiben, will die Stadt Kinder ab drei möglichst in die Kitas holen. "Das ist wichtig, damit sie die deutsche Sprache erlernen und einen guten Start in der Schule haben", betont Erster Beigeordneter Michael Heesch.

Allerdings: "Viele Eltern kennen Betreuungssysteme, wie wir sie haben, nicht - wir müssen sie erst informieren", sagt Jugendfachbereichsleiterin Birgit Schikora. Bislang würden knapp 20 Asylbewerber-Kinder Kitas besuchen. Im Rathaus wird ausgelotet, mit welchen Zahlen in den Tagesstätten zu rechnen ist - wie viele Kinder etwa in den größeren geplanten Unterkünften am Hagelkreuz (in Zelten), an der Gilbach-, Konrad-Thomas-Straße und später im alten Finanzamt wohnen werden. Die Stadt will bei der Integration in die Kitas behutsam vorgehen. "Wir denken zunächst an Brückenprojekte - etwa Spielgruppen an den Unterkünften", so Schikora. "Ich könnte mir etwa in der Zelt-Unterkunft am Hagelkreuz ein ,Gemeindezelt' für solche und andere Angebote vorstellen." Die Stadt möchte zudem - etwa im Rahmen des Netzwerks "Frühe Hilfen" - Wohlfahrtsverbände und Kirchen mit ins Boot holen.

Eine Herausforderung wird die Integration auch aus zwei Gründen: Die Stadt weiß nicht, wie viele Kinder kommen, und die Zahl der Plätze ist knapp. Zwar konnte fürs nächste Kita-Jahr allen interessierten Familien ein Betreuungsplatz angeboten werden, doch damit ist das Angebot fast ausgeschöpft. Laut Schikora können bei Mobilisierung aller Reserven rund 30 Kinder untergebracht werden, etwa in den Räumen für die noch nicht eröffnete Großtagespflege in Frimmersdorf. "Wenn die Zahl der Asylbewerber aber weiter so steigt, wird die Unterbringung in Kitas eine an die Grenzen gehende Herausforderung. Dann kommen wir wohl auch am weiteren Kita-Ausbau nicht vorbei", sagt Michael Heesch.

(cso-)
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