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Grevenbroich
Flüchtlingsunterkunft: Lärm und Müll ärgern Nachbarn

Grevenbroich. "Die Stadt kümmert sich nicht", sagt Elisabeth Königs und in ihrer Stimme klingt Ärger, aber auch eine Spur Verzweiflung mit. Ihre Familie wohnt an der Bruchstraße gegenüber den Häusern, in denen seit mehr als 20 Jahren Aussiedler und jetzt Asylbewerber untergebracht sind. Und immer wieder fühlt sie sich durch das Verhalten der Nachbarn belastet.

Es geht um Lärm, sowohl tagsüber als auch in der Nacht, und um Sperrmüll, der sich immer wieder vor den Häusern sammelt und dann entsorgt werden muss. Ein diesbezüglicher Beschwerdebrief, den auch weitere Nachbarn unterzeichnet haben, ist am morgigen Donnerstag Thema im Haupt- , Finanz- und Demografieausschuss als Beschwerdeausschuss.

Im Gespräch schildert Königs, dass beispielsweise die Bewohner der Unterkunft oft laut hinter ihren Kindern herschreien würden, statt zu ihnen hinzugehen. "Die Leute sollen das Recht haben hier zu leben. Aber wir wollen auch Lebensqualität", sagt sie.

Von Lärm berichtet auch Familie Müller, ebenfalls Unterzeichner des Briefes. Momentan sei es witterungsbedingt etwas ruhiger, im Sommer habe man aber fast das Gefühl gehabt, die Bewohner der Unterkunft säßen auf der eigenen Terrasse, so schildert die Familie. Gleichzeitig berichtet die Mutter, dass zu manchen Nachbarn freundliche Kontakte bestehen, die Kinder früher schon gemeinsam gespielt hätten. Nur mit einer kleinen Gruppe der Bewohner sei das Zusammenleben schwierig.

Elisabeth Königs erzählt, dass sie schon häufig Hilfe bei der Stadt gesucht habe, dann aber oft von einer Stelle an die nächste verwiesen worden sei. Die Security, die inzwischen regelmäßig abends komme, habe eine leichte Verbesserung bewirkt. Von der Stadt wünscht sie sich, dass sie sich einfach mehr darum bemüht, dass Ordnung herrscht.

Heike Steinhäuser, Fachbereichsleiterin Soziales, betont: "Das was wir tun können, im Rahmen unserer Möglichkeiten, tun wir." Sie verweist darauf, dass die Stadt sich um eine regelmäßige Müllentsorgung kümmere, aber kein Personal habe, um immer alles sofort wegzuräumen. Zu Problemen könne es unter anderem kommen, wenn Dritte Möbel spendeten und diese dann einfach vor die Tür stellten. Eine ständige Betreuung der Unterkunft, in der momentan 33 Personen leben, durch einen Hausmeister oder Sozialarbeiter sei angesichts der Haushaltslage nicht möglich, erklärt Steinhäuser. Eine Lärmbelästigung in der Nacht falle in die Zuständigkeit der Polizei.

(arr)
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