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Grevenbroich
Freude über Sankt Martin als NRW-Kulturerbe

Grevenbroich: Freude über Sankt Martin als NRW-Kulturerbe
Raimund Röhricht hat sich in Grevenbroich dafür eingesetzt, dass das Martinsfest als Kulturerbe anerkannt wird. FOTO: Dolega
Grevenbroich. Raimund Röhricht hatte mit dafür geworben, dass das Martinsfest als Kulturerbe anerkannt und eingetragen wird. Von Valeska von Dolega

Die erste Etappe ist geschafft: Sankt Martin avanciert zum Kulturerbe. Wenigstens in Nordrhein-Westfalen. "Damit ist ein schöner Schritt in die richtige Richtung unternommen worden", freut sich Raimund Röhricht.

Der Kapellener gehört zum 2012 gegründeten Martins-Komitee und ist ein "Traditionsliebhaber", wie er über sich selbst sagt. Der 74-Jährige hatte bei Grevenbroicher Vereinen für die ursprünglich aus Brüggen stammende Idee, das Martinsfest als Kulturerbe anerkennen und damit schützen zu lassen, maßgeblich die Werbetrommel gerührt. Zusammen mit Mitstreitern wie Clemens Stappen ging er auf Tour, um bei anderen Martins-Komitees weitere Interessenten und Unterstützer zu gewinnen. Notwendig gemacht haben diesen Vorstoß neuzeitliche Mitbewerber, die Feierlichkeiten um den heiligen Mann und Mantelteiler haben Konkurrenz bekommen. "Nicht bei uns in Kapellen, wir haben beim Martinszug etwa 1100 Teilnehmer", sagt Röhricht. Anderswo muss sich das Fest gegen Mitbewerberveranstaltungen wie Halloween durchsetzen oder ringt um seinen angestammten Namen und soll multikulturell als Lichterfest interpretiert werden.

"Das Problem haben wir nicht", seit 16 Jahren ziehen sämtliche Kita-Kinder zusammen mit den Grundschulkindern in "einer geschlossenen Veranstaltung für alle" hinter dem Heiligen her. Martinsfeuer nebst Mantelteilung werden auf dem Dorf-Kirmesplatz zelebriert, dort lesen Kinder dann abschnittweise die Legende. "All das ist wichtig und sollte als ein Stück Kulturgut erhalten bleiben", würde sich der gebürtige Kapellener auch für künftige Generationen wünschen. Er selbst hat als Junge unter der "Anleitung unseres handwerklich hochbegabten Schulleiters" noch eigene Fackeln für den Umzug gebaut. "Sie waren so schwer, dass sie nur zu zweit getragen werden konnten." Die Lichter sind für den Pensionär "noch immer das Schönste", und dass einen Tag lang ein ganz ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl herrscht", findet er wichtig. "Und das Gripschen mögen doch alle."

Anklang findet das neu definierte Kulturerbe auch bei anderen: "Ich finde das richtig", sagt Nadine Ueberberg-Westenberger über die Anerkennung NRWs. "Für mich gehört der christlich bedingte Festrhythmus zum Leben." Die 40-jährige Erzieherin liebt es, in dieser Martins-zeit mit Kindern "magische Laternen zu basteln und Lieder zu singen". Ihr Lieblingslied: "Abends, wenn es dunkel wird."

Quelle: NGZ
 
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