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Grevenbroich
Freundeskreis unterstützt den Wiederaufbau des Klosters Osek

Grevenbroich. Der Freundeskreis der Abtei Osek tagte zu seinem 20-jährigen Bestehen jetzt im Kloster Langwaden. Das Treffen der Förderer an diesem Ort hatte Symbolcharakter: Denn vor 24 Jahren machte sich Pater Bernhard Thebes von dort aus auf den Weg nach Nordböhmen. Der Zisterziensermönch wurde 45. Abt von Osek und widmete sein Leben dem Wiederaufbau der 1196 gegründeten Abtei am Fuße des Erzgebirges. 2010 starb er im Alter von 81 Jahren.

Der Freundeskreis, vom ehemaligen Oberkreisdirektor Klaus-Dieter Salomon ins Leben gerufen, unterstützte den Abt mit finanziellen Mitteln. "Es hat sich in den vergangenen 20 Jahren vieles verändert in Osek", sagt das Vorstandsmitglied Ursula Hahn aus Wevelinghoven. Die Förderer unterstützten unter anderem die Wiederherstellung des Chorraums der historischen Klosterkirche, in einem weiteren Schritt soll bald auch das gesamte Langschiff des Gotteshauses wieder auf Vordermann gebracht werden.

Zisterziensermönche sind nach dem Tod von Abt Bernhard in Osek nicht mehr beheimatet, das Kloster wird heute von der Diözese Leitmeritz betreut und von einem Ehrenamtler verwaltet. "Er kümmert sich vorbildlich um die Renovierung der Abtei", lobt Hahn. Aktuell hat der Verwalter fünf Sommer-Camps mit Fachleuten und vielen Helfern initiiert, die nicht nur den historischen Barockgarten pflegen, sondern auch die Obsternte übernehmen. Die Äpfel aus dem Kloster werden zu Saft und Schnaps verarbeitet und an Liebhaber verkauft. Apropos: Auch ein würziges Bier mit dem Namen "Ossegg" wird mittlerweile in der Abtei gebraut.

"Es wird mit vielen unterschiedlichen Projekten versucht, das Kloster auf eigene Beine zu stellen", sagt Ursula Hahn. So wurde im vergangenen Jahr zum Beispiel das "Bernhardinum" gegründet, eine Art Tagungszentrum, das von Firmen oder Gruppen gebucht werden kann. "Natürlich werden auch Gästezimmer angeboten", sagt Hahn.

Obwohl an der Erft gegründet, haben sich die Grevenbroicher Mitglieder aus der ersten Reihe des Fördervereins zurückgezogen. Vorsitzender ist Matthias Lanzendorf aus Leipzig, dessen Stellvertreter lebt in Dresden. "Die Anreise nach Osek ist für uns zu weit geworden", sagt Ursula Hahn: "Von den neuen Bundesländern ist der Weg viel kürzer." Die Wevelinghovenerin hat ihren Posten als Geschäftsführerin aus Altersgründen zur Verfügung gestellt, ihr Amt übernahm ein Nachfolger aus Sachsen. Hahn gehört aber als Beisitzerin weiter dem Vorstand an.

(wilp)
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