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Grevenbroich
Fünf Künstlerinnen gehen auf Spurensuche in der Villa Erckens

Grevenbroich. Jedes Jahrzehnt leistet sich unter anderem einen Denker oder Künstler, über den dann viel gesprochen wird. Aber wie nachhaltig sind diese Menschen, was bleibt von ihnen, wenn sie nicht mehr en vogue sind? Anlässlich des zum internationalen Tags des Museums ausgerufenen Mottos "Spurensuche" haben sich fünf Teilnehmerinnen der Künstlergruppe Villa Erckens des Themas angenommen. Von Valeska von Dolega

"Sehr unterschiedliche Auffassungen" haben Helga Wieczoreck, Sylvia Moritz, Ursula Schachschneider, Christa Mülhens-Seidl sowie Ursula Gabler, das wurden den Frauen schnell klar. "Jede hat den Begriff dann für sich erarbeitet", sagt Ursula Schachschneider, Sprecherin der Gruppe. Sie selbst hat ihre eigene Ahnengalerie durchforstet, um Ansätze zur bildhaften Umsetzung in der für sie so typischen kubistischen Ausprägung zu finden.

Eine geborene Korbmacher ist die Künstlerin, die übrigens 1982 in der Villa Erckens heiratete. Also nahm sie Leute dieses Berufs für eines ihrer Bilder. Weil sie selbst in St. Peter und Paul getauft wurde, dient die Kirche als weiteres Motiv. "Vielleicht, um sich selbst besser verstehen zu können" lohnt eine Spurensuche immer, sagt Martina Flick. Sie findet als Laudatorin zur Eröffnung der Ausstellung am morgigen Sonntag, 12 Uhr, einführende Worte.

Auch Ursula Gabler beantwortet in den Arbeiten zu dieser Schau eine simple Frage, nämlich woher sie kommt. Die wenigsten ihrer Ahnen sind ihr bekannt, entsprechend sind die aus Ton geformten Körper, die sie darstellt, indifferenz. Das Besondere ist die einerseits scharfe Silhouette und andererseits merkwürdig diffus gebliebenen Gesichter. Und wie um sich selbst im Findungsprozess zu zeigen, gibt es eine in ein himmelblaues Kleid gehüllte Frau mit geschlossenen Augen, die vielleicht in der Innenschau erlebt, wer wann in ihrem Leben welche Spuren hinterlassen hat - oder was von ihr auch in hundert Jahren sichtbar bleibt.

Zwischen konkreter Geschichte Grevenbroichs, der sich Christa Mülhens-Seidl in verschiedenen Arbeiten annimmt, und so etwas wie einem Geschmackspfad im Laufe der Zeiten - Helga Wieczoreck hat dafür ein in den 1950er Jahren stammendes Set sogenannter Sammeltassen der jetzigen Kaffeekultur gegenübergestellt - spannt sich der Bogen der Ausstellung im Museum. Sie ist nach der Vernissage bis Sonntag, 2. Juli, zu sehen..

Quelle: NGZ
 
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