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Grevenbroich
Fünf Unfälle in zwei Monaten: L 116 ein Unfallschwerpunkt?

Grevenbroich. Wie es zu dem tödlichen Unfall kommen konnte, der sich am späten Dienstagnachmittag auf der Landstraße 116 ereignet hat, ist noch nicht geklärt. Die Ermittlungen laufen, sagt die Polizei. Fest steht bislang nur: Eine 61 Jahre alte Grevenbroicherin war gegen 16.30 Uhr mit ihrem Kleinwagen in Richtung Bergheim unterwegs, als ihr im Bereich der Anschlussstelle zur Autobahn 540 ein Fahrzeug auf ihrem Fahrstreifen entgegenkam. Bei dem Zusammenprall wurde die 61-Jährige in ihrem Auto eingeklemmt, für die Frau kam jede Hilfe zu spät. Der Fahrer des entgegenkommenden BMW, ein 59 Jahre alter Mann aus Grevenbroich, wurde schwer verletzt.

Tatsache ist: Die L 116 ist gut ausgebaut und übersichtlich, trotzdem kracht es an den Kreuzungen der Landesstraße immer wieder. Alleine in den vergangen zwei Monaten hat es auf dem Streckenabschnitt rund um die aktuelle Unfallstelle fünf Zusammenstöße von Fahrzeugen gegeben. Immer gab es Verletzte, jetzt sogar eine Tote. Sieben Verletzte forderte am 16. Dezember zum Beispiel ein Unfall bei Elsen. In der Nähe der Zufahrt zur A 540 gerät ein 25 Jahre alter Neusser mit seinem Twingo in den Gegenverkehr. In Fahrtrichtung Bedburg stößt er mit dem Pritschenwagen eines 35 Jahre alten Kerpeners zusammen. Durch die Wucht des Aufpralls werden beide Fahrer schwer und zwei Beifahrer leicht verletzt. Weitere Fahrzeuge fahren in die Unfallstelle. Die Feuerwehr löst MANV-Alarm (Massenanfall von Verletzten) aus.

Etwa einen Monat vorher, am 10. November: Wieder ein Crash, wieder in der Nähe des A540-Zubringers. Ein Autofahrer, der aus Richtung Bedburg kommt, gerät auf die linke Fahrbahn und prallt beinahe frontal in ein entgegenkommendes Taxi. Der Taxifahrer kann zwar noch ausweichen, fährt aber gegen eine Leitplanke. Er wird leicht, ein Fahrgast schwer verletzt. Der Fahrer des anderen Autos kommt ebenfalls in einer Leitplanke zum Stehen. Auch er muss in ein Krankenhaus.

Die Geschichte der Unfall-Serie ist damit aber noch nicht zu Ende erzählt. Am 7. November kommt ein Neusser mit seinem Lastwagen von der Fahrbahn der L 116 ab, landet im Straßengraben und wird schwer verletzt. Fünf Verletzte fordert schließlich ein Unfall, der sich am Abend des 4. November bei Gindorf ereignet. An der Einmündung der Provinzstraße in die L 116 stoßen zwei Autos zusammen, die Fahrzeuge werden schwer beschädigt, die L 116 bleibt für Stunden gesperrt.

Ein Straßenabschnitt, zwei Monate, sechs Unfälle: Die Polizei spricht trotzdem nicht von einer "Unfallhäufungstelle". Eine solche liegt nach Angaben der Polizei dann vor, wenn sich in einem begrenzten Abschnitt drei Unfälle mit Toten oder Schwerverletzten und "gleichem Grundtyp" in einem Jahr ereignen - oder drei solcher Unfälle binnen drei Jahren; oder fünf Unfälle "unterschiedlichen Grundtyps" in drei Jahren.

An der L 116 kontrolliert die Polizei regelmäßig die Geschwindigkeit. Auch am Dienstagvormittag wurde geblitzt. Verhindern ließ sich der tödliche Unfall dadurch nicht.

(juha)
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