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Grevenbroich
Gabriel-Pläne: SPD-Urgestein verlässt Partei

Grevenbroich. Der langjährige Gindorfer Ratsherr Dieter Engels (73) hat gestern sein Parteibuch abgegeben.

Dieter Engels reicht's: Das Polit-Urgestein aus Gindorf hat gestern sein Parteibuch im Willy-Brandt-Haus in Grevenbroich abgegeben. Mit sofortiger Wirkung ist der 73-Jährige aus der SPD ausgetreten. Fast 40 Jahre lang war er überzeugter Sozialdemokrat.

Dass damit jetzt Schluss ist, liegt an den Klimaschutzplänen des Bundeswirtschaftsministers. "Als alter Kämpfer für die Braunkohle kann ich nicht mitansehen, wie der klimapolitische Irrweg von Sigmar Gabriel bechritten wird", begründet Engels seinen Austritt, der ihm nicht leicht gefallen sei. Und er wird deutlich: "Was der Minister praktiziert, ist Verrat an Kraftwerkern und Bergleuten. Denn gerade diese Malocher haben bei der Wahl ihre Stimme für Sigmar Gabriel abgegeben."

Dieter Engels hat ein viertel Jahrhundert lang die Politik in der Stadt Grevenbroich mitgestaltet. Zunächst war er als Sachkundiger Bürger in den Gremien aktiv, später gehörte er viele Jahre dem Stadtrat an. Bis zu seinem Vorruhestand, den er mit 60 antrat, war er im Kraftwerk Frimmersdorf beschäftigt, 16 Jahre leitete er dort den Betriebsrat. Dieter Engels ist als "Kämpfer" für den Tagebau Garzweiler bekannt, in seiner aktiven Zeit vertrat er die Interessen von Kumpel und Kraftwerker sogar als mutiger Redner vor dem Landesparteitag der Grünen.

Demententsprechend sauer reagiert Engels auf die Pläne des aus eigenen Reihen stammenden Ministers: "Diesen Angriff auf Kraftwerker und Bergleute und 7000 Menschen aus der Region mache ich nicht mit. Dass die Klimaschutzpläne vom Grünen Reiner Baake ausgearbeitet wurden, sagt alles. Diese Politik kann ich nicht tolerieren."

(wilp)
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