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Grevenbroich
Gärtnern - ein Glück für jedes Alter

Grevenbroich. Anja Mühren gehört mit 27 Jahren zu den jüngsten Mitgliedern im Gartenbauverein Neurath, der seit 90 Jahren besteht. Ein Garten bedeutet für sie "großes Glück". Auch Geselligkeit und Austausch mit anderen Hobbygärtnern zählen dazu. Von Daniela Buschkamp

Ein Leben ohne Garten? Für Anja Mühren unvorstellbar. "Ein Garten bedeutet für mich Glück: Man kann sich erholen, die Natur genießen - und er schmeckt auch", sagt die 27-jährige Apothekerin. Deshalb nutzt sie fast jede freie Minute, um entweder das "grüne Zimmer" ihrer Eltern in Neurath oder das ihrer Schwiegereltern in Mönchengladbach zu besuchen.

Einen Garten ohne Gartenbauverein kann sich Mühren schwer vorstellen - auch wenn jeder den eigenen Garten pflegt und es keinen gemeinsamen Schrebergarten gibt. Ihre Mutter Martina Breuer ist Schriftführerin im Gartenbauverein Neurath, ihr Großvater Siegfried Huckenbeck hatte den Verein neu aufgestellt. Dass die Neurather Gärtner jetzt ihr 90-jähriges Bestehen feiern können, ist für Mühren auch ein Beleg dafür, wie "lebendig der Verein ist" - immer noch. Der Vorstand um den Vorsitzenden Dieter Volkwein ist vielfach aktiv: er hilft bei Aufräum-Aktionen, sammelt Spenden, stellt Bänke auf und bietet zahlreiche Veranstaltungen.

Auf die Frage "Was koche ich heute?" haben Anja Mühen und ihre Mutter eine optimale Antwort gefunden: Sie bereiten oft das zu, was der Garten an Gemüse oder Obst liefert - eben das, "was lecker aussieht". Je nach Saison stehen Kartoffeln, Salat, Rote Beete oder Mangold auf dem Speiseplan. "So lecker schmeckt es nirgendwo", ist die 27-Jährige überzeugt. Dabei weiß sie selbst, wie viel Mühe hinter der schmackhaften Ernte steckt: Umgraben, Aussäen und Unkraut zupfen sind nur einige der notwendigen Aufgaben. "Doch dafür wird man mit einzigartigem Geschmack belohnt", wirbt Mühren für den eigenen Nutzgarten.

Wie sehr der Garten ihr Leben beeinflusst hat, zeigt Anja Mührens Berufswahl: Die 27-Jährige arbeitet als Apothekerin im Kreiskrankenhaus Dormagen. "Viele Kräuter und Heilpflanzen kannte ich natürlich schon aus unserem Garten, damit bin ich groß geworden", erinnert sie sich. Damit war auch ihr naturwissenschaftliches Interesse geweckt. Und als sie die lateinischen Namen der Arzneipflanzen lernen musste, konnte sie auf "echtes" Lehrmaterial zurückgreifen. "Meine Mutter hat mich immer wieder überrascht, indem sie mir gezeigt hat, was alles im Garten wächst", erinnert sich Mühren. Etwa Schellkraut, eine grüne Pflanze mit kleinen gelben Blättern, die auch gegen Warzen eingesetzt werden kann.

Für Anja Mühren ist der Garten immer auch mit Geselligkeit verbunden gewesen - dafür sorgten die unterschiedlichen Veranstaltungsangebote des Vereins: von Kinderaktionen über die Äppeltour bis zu Vorträgen oder Ausflügen. "Ein Verein bietet für alle Altersstufen etwas. Jeder kann sich das aussuchen, was ihm gefällt", meint sie. Und durch Vorträge könne jeder Hobbygärtner noch einiges erfahren, was sein grünes Zimmer besser gedeihen lässt.

Ein Garten bedeutet für Anja Mühren ein großes Glück - ein eigener Garten wäre für sie und Ehemann Andreas (29) sicherlich das größte Glück - natürlich inklusive Vereinsmitgliedschaft.

Quelle: NGZ
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