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Grevenbroich
Gartenstuhl gestohlen - ein Jahr auf Bewährung

Grevenbroich. Ein Paar aus Jüchen stiehlt einen Gartenstuhl und fährt den Ladendetektiv beim Fluchtversuch an. Von Lisa Kreuzmann

Vor dem Landgericht in Mönchengladbach musste sich gestern ein ehemaliges Paar aus Jüchen und Mönchengladbach verantworten. Dem Paar wird vorgeworfen, aus einem Baumarkt in Rheydt zunächst einen Gartenstuhl gestohlen, und bei seiner Flucht außerdem den Ladendetektiv, der den Diebstahl bemerkt hatte, angefahren zu haben. Verletzt wurde dabei niemand. Die 53-jährige Frau aus Jüchen, die den Fluchtwagen steuerte, wurde gestern vor der ersten Strafkammer wegen räuberischen Diebstahls zu einem Jahr Freiheitsstrafe; ihr damaliger Lebenspartner zu zehn Monaten, beide auf Bewährung, verurteilt.

Doch Richter und Schöffen hatten es zunächst schwer, sich ein Bild vom Tathergang zu verschaffen, denn keiner der beiden Ex-Partner fühlte sich für den Diebstahl verantwortlich. "Das war ein ganz schöner Schlamassel", sagte der 47-jährige Angeklagte. Seine ehemalige Lebensgefährtin schüttelte ungläubig den Kopf. Das Paar hat sich zwei Monate nach der Tat getrennt. Was danach mit dem Gartenstuhl passierte, wissen die beiden laut Aussage nicht mehr. Nun sei er jedenfalls weg. Für wen der Gartenstuhl gedacht war, wer ihn in das Auto eingeladen hatte und ihn hätte bezahlen müssen, konnte nicht abschließend geklärt werden. Doch eine Videoaufnahme des Baumarktbetreibers lieferte einen Teil-Beweis. Darauf zu sehen ist, wie der Angeklagte einen Gartenstuhl aus der Außenauslage des Baumarktes zunächst Richtung Auto der Angeklagten schiebt, ohne mit dem Stuhl zur Kasse gegangen zu sein.

"Ich bin davon ausgegangen, dass meine Partnerin den Stuhl bezahlt", sagt der Mann. Immerhin ist diese, nachdem der Gartenstuhl für 19,99 Euro bereits eingepackt war, zur Kasse gegangen und hat Blumenerde und Grillkohle eingekauft - der Gartenstuhl blieb unbezahlt. Ein Sicherheitsmann, der die Szene beobachtete, erkundigte sich bei der zuständigen Kassiererin, ob die Angeklagten nebst Erde und Grillkohle auch den Gartenstuhl bezahlt hätten. Dann stellte er vor das Auto, um das Paar am Wegfahren zu hindern, und wies sich als Detektiv aus. Statt anzuhalten, beschleunigte die Dame und zwang den Sicherheitsmann einige Meter rückwärts vor ihrem Auto her zu gehen. "Ich habe ihn für einen Junkie gehalten", sagte die Frau.

Quelle: NGZ
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