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Grevenbroich
Gemüsefeld-Versuche auf Hemmerdener Hof

Grevenbroich: Gemüsefeld-Versuche auf Hemmerdener Hof
Der Kohl wächst und gedeiht auf dem Bayer-Versuchsfeld am Wingensteiner Hof in Hemmerden. FOTO: Andreas Woitschützke
Grevenbroich. Beim deutschlandweit ersten Gemüsefeldtag hat das Unternehmen Bayer Crop Science neuesten Produkte und Erkenntnisse vorgestellt. Von Julia Hagenacker

136 - so viele Menschen ernährt ein Landwirt in Deutschland im Durchschnitt mit seinen Produkten. Früher waren es vier Menschen, also in der Regel eine Familie, die vom Ertrag eines Hofs abhängig waren. Warum das wichtig ist zu wissen? Weil die Zahlen erklären, warum sich ein Landwirt - ganz gleich, ob er herkömmlich oder biologisch anbaut - eine pilz- oder insektenbefallene Ernte heutzutage nicht leisten kann. Das Unternehmen Bayer Crop Science Deutschland entwickelt deshalb seit Jahrzehnten Pflanzenschutzlösungen. Beim deutschlandweit ersten Gemüsefeldtag auf dem Wingensteiner Hof in Hemmerden wurden jetzt die neuesten Produkte und Erkenntnisse vorgestellt.

"Wir wollen damit der Bedeutung des Gemüseanbaus im Bereich der Sonderkulturen, zu denen auch Obst- und Weinbau zählen, Rechnung tragen", sagt Heinz Breuer, Sprecher bei Bayer Crop Science Deutschland. "In erster Linie geht es darum, den Dialog mit den Praktikern, also Landwirten, Händlern und zum Beispiel auch der Landwirtschaftskammer zu intensivieren."

Etwa ein Jahr lang haben die Chemie-Experten aus Langenfeld den Gemüsefeldtag geplant, die Pflanzen für die Testreihen wurden im Frühjahr gepflanzt. Der Standort in Grevenbroich, sagt Breuer, biete mit seinen Böden aus sandigem Lehm beste Anbaubedingungen und verfüge mit durchschnittlich 700 Millimetern über ausreichende Niederschläge.

Bei der Vorbereitung zum ersten Gemüsefeldtag hat Bayer sich zunächst für die Anlage der wichtigsten einjährigen Kulturen Salat, Kohl, Zwiebeln und Möhren entschieden. Gezeigt werden vorwiegend Versuche, bei denen Pilzbekämpfungsmittel in unterschiedlichen Kombinationen in bestimmten Reihenfolgen auf das Gemüse gespritzt werden. An Möhren wird zum Beispiel ein Insektizidversuch zur Bekämpfung der Wurzellaus gezeigt. "Dabei", sagt Breuer, der selber Landwirt ist und anbaut, "geht es in erster Linie um geeignete Anwendungsintervalle und optimale Einsatztermine."

In die Versuchsreihen sind auch Biologika, also Präparate, die auch von Bio-Bauen eingesetzt werden können, integriert. "Bayer hat in den Bio-Bereich in den vergangenen Jahren viel investiert", sagt der Sprecher. "Man muss aber auch sagen, dass diese Mittel nicht immer dieselbe Leistung wie chemische Produkte bringen. Und ganz ehrlich: Der echte Bio-Bauer kommt eher nicht her."

Das Thema Nachhaltigkeit spielt beim Gemüsefeldtag trotzdem eine Rolle. Zum Gewässerschutz stellt das Unternehmen den Gemüseanbauern zum Beispiel ein System namens Phytobac vor. "Das", sagt Breuer, "ermöglicht eine umweltgerechte Spritzenreinigung auf der Hofstelle. Das Wasser mit Insektizid- oder Fungizidrückständen fließt zunächst in einen Tank und wird dann auf einem Becker voller Mutterboden verrieselt. Auf diese Weise werden die Giftstoffe ordnungsgemäß und natürlich abgebaut - dafür wollen wir die Landwirte sensibilisieren."

Quelle: NGZ
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