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Grevenbroich
Gesamtschüler vermessen jüdische Grabstätten

Grevenbroich: Gesamtschüler vermessen jüdische Grabstätten
Schüler der Gesamtschule mit Projektleiter Reinhold Stieber beim Vermessen der Grabstätten auf dem Jüdischen Friedhof. FOTO: Thomas Jentjens
Grevenbroich. Für die Schüler der Projektgruppe "KKG - Gegen das Vergessen" geht es um "ihren Friedhof", für den sie vor über drei Jahren die Patenschaft übernommen haben. Und so engagierten sich die Jugendlichen der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in den Herbstferien auf dem Jüdischen Friedhof Stadtmitte. Anlass ist die Beteiligung an einer Dokumentation, die Dieter Peters, Beauftragter des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden Nordrhein, über den Friedhof erstellt. Von Julia Nakötter

"Der zur Verfügung stehende Belegungsplan weist Ungenauigkeiten auf, was die Maße und Lagetreue der Grabfelder angeht", erläutert Reinhold Stieber die ungewöhnliche Vermessungsaktion. Mit Projektleiter und Lehrer Thomas Jentjens betreut er die Schüler, die nahe der Montanusstraße zu Zollstock, Stift und Block greifen - darunter die Geschwister Lisa und Tessa Scholl: "Aktive Mitarbeit ist für uns Ehrensache, auch in den Ferien." Und Sayana Ranjan und Sarah Poursheykhi ergänzen: "Man kann nicht oft genug helfen, wenn es um den Friedhof geht. Ob bei Führungen, beim Säubern oder im Rahmen der Mahn- und Gedenkfeier sind wir immer dabei."

Der Jüdische Friedhof Stadtmitte ist auch am Donnerstag, 9. November, erneut das Ziel eines Gedenkmarschs. Zuvor beginnt um 18 Uhr auf dem Synagogenplatz die mittlerweile siebte Mahnfeier unter der Regie von "KKG - Gegen das Vergessen". Erinnert wird an die Pogromnacht von 1938 und die jüdischen Opfer aus Grevenbroich, die von Nationalsozialisten verhaftet und ermordet wurden. "Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, das Geschehene nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen", sagen Abdul Fidan und Julian Faust aus der Jahrgangstufe 13.

Breit aufgestellt ist erneut das Programm der Gedenkfeier: Neben Musikstücken des Schüler-Eltern-Lehrerchors sowie des Schulorchesters der Gesamtschule und des Franziskus-Kinderchors an St. Joseph präsentiert Anika Habermann ihre Version des Liedes "Jerusalem aus Gold". Die Studentin und frühere Gesamtschülerin möchte die jüdischen Schicksale nahe an die Zuhörer herantragen. Im Lied geht es um die Sehnsucht der Verfolgten nach einem selbstbestimmten, friedlichen Leben in Israel.

Der Liedermacher und ehemalige Käthe-Kollwitz-Lehrer Klaus Grolms stellt zudem seine Komposition "Kopf hoch" vor, und die Gesamtschüler erinnern anhand von Ergebnissen aus dem Geschichts- und Religionsunterricht an "den 9. November - den Tag der Schande". Unterstützung bei der Gedenkfeier gibt es wieder von der Theatergruppe "no.name", die mit szenischen Darstellungen die Pogrom-Ereignisse in der Stadt ins Gedächtnis rufen möchte.

Quelle: NGZ
 
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