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Grevenbroich
Gesamtschule bezieht zweiten Standort

Grevenbroich: Gesamtschule bezieht zweiten Standort
Hauptschülerin Emma Gaas (Mitte) führt die künftige 8g der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule über ihr neues Schulgelände. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Die 8. Klassen der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule teilen sich künftig ein Gebäude mit den Schülern der Katholischen Hauptschule. Von Tim Harpers

Jennifer Schöpke blickt sich unsicher um. "Findest du dich hier zurecht?", fragt sie ihre Freundin. "Ich habe total Angst davor, mich hier zu verlaufen." "Nee, das geht", antwortet Denise. "Wir gewöhnen uns sicher schnell ein."

Die beiden Schülerinnen besuchen derzeit die 7. Klasse der im Aufbau befindlichen Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule in Orken. Ihr Jahrgang wird der erste sein, der im kommenden Schuljahr am zweiten Schulstandort an der Parkstraße unterrichtet wird. Gestern fand der symbolische Umzug in das neue Gebäude statt, das künftig der Sekundarstufe zwei und der Oberstufe als Unterrichtsort dienen soll. Die Schüler wurden dabei von neuen Mitschülern begrüßt. Bis die Katholische Hauptschule abgewickelt ist, die bisher auf dem Areal am Park untergebracht war, werden sich Haupt- und Gesamtschüler das Gelände teilen.

"Der Einzug ist für alle Beteiligten ein sehr emotionaler Moment", sagt Heinz-Gerd Schmitz, Schulleiter der Katholischen Hauptschule. "Wir wollen die neuen Mitschüler mit diesem kleinen Fest hier in unserer Mitte willkommen heißen. Sie sollen sich hier sofort gut aufgehoben fühlen."

Sobald Schmitz' letzte Klasse 2018 ihren Abschluss in der Tasche hat, wird die Hauptschule geschlossen. Das Lehrpersonal darf aber darauf hoffen, am Standort zu bleiben. Denkbar ist, dass die Wilhelm-von-Humboldt-Schule einen Teil des Personals übernimmt. "Wir haben in Einzelfällen sogar schon damit begonnen, Lehrer der Hauptschule einzustellen", sagt der Leiter der Gesamtschule Peter Jigalin. "So wie die Hauptschule abbaut, so stocken wir auf. Gut möglich, dass da noch der ein oder andere bei uns unterkommt."

Bevor sich die ersten Gesamtschüler an der Parkstraße ans Abitur machen können, gibt es allerdings noch einiges zu tun. Aktuell fehlt es an Platz. "Wir haben bald 700 Kinder zu betreuen", sagt Jigalin. "Sechs Klassen pro Jahrgang. Da können sie sich leicht ausrechnen, dass die Kapazitäten eines Schulgebäudes, das für eine vierzügige Hauptschule ausgerichtet ist, nicht ausreichen." Um dem Problem zu begegnen, errichtet die Stadt bis Mitte 2017 ein zusätzliches Gebäude für die Oberstufe und eine Mensa an der Parkstraße. Die Gesamtkosten für Umbau und Umzug liegen bei 4,2 Millionen Euro.

"Ganz so teuer wie es sich anhört, ist es aber nicht", sagt Michael Heesch, als erster Beigeordneter verantwortlich für das Schuldezernat der Stadt. "Das sind Bruttozahlen. Dadurch, dass neben der Hauptschule auch die Realschule an der Bergheimer Straße geschlossen wird, werden wir auf Dauer bei den Betriebskosten sparen."

Die Hauptschüler freuen sich über die vielen neuen Gesichter auf dem Schulhof. "Es ist schön, dass hier jetzt wieder etwas Leben in die Bude kommt", findet zum Beispiel Emma Gaas, die ihre neuen Mitschüler als "Scout" durch die Gänge der Schule führt. Dabei laufen ihr Jennifer Schöpke und ihre Freundin Denise über den Weg. "Keine Angst, ich zeig euch alles ", sagt die Hauptschülerin zu den noch immer unsicher dreinblickenden Freundinnen. "Ihr gewöhnt euch schnell ein. Ihr werdet schon sehen."

Quelle: NGZ
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