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Grevenbroich
Gesamtschule stellt sich bunter Zukunft

Grevenbroich. Die Käthe-Kollwitz-Schule in der Südstadt feiert ihr 25-Jahr-Jubiläum. Schulleiterin Dagmar Mitze erklärt, welchen Herausforderungen sich Schüler, Lehrer und Eltern in Zukunft stellen müssen. Dazu zählen Integration und Inklusion. Von Christian Kandzorra

Die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule wird 25 Jahre alt. Das soll bei einem großen Festakt am 23. September im Forum der Schule gefeiert werden. Doch: Wie hat eigentlich alles angefangen? Wo steht die Schule heute? Und welche Herausforderungen müssen Schüler, Lehrer und Eltern in Zukunft bewältigen? Fest steht: Auch die "Käthe-Kollwitz" hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Und sie wird sich noch weiter verändern: Kinderbetreuung, Zuwanderung, Inklusion, die Digitalisierung - auf solche Dinge muss sich die Schule teilweise schon jetzt einstellen.

Im Gründungsjahr 1991 hat daran wohl noch niemand gedacht. Alles hatte damals mit gerade einmal 120 Schülern angefangen. "Heute sind es rund 950", sagt Dagmar Mitze. Sie ist Schulleiterin im zehnten Jahr und beschäftigt sich auch mit dem Wandel an ihrer Schule, einer ganz besonderen, wie sie sagt. Denn es gibt einige Merkmale, die die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule auszeichnen. "Ich war von Anfang an vom Schulprogramm begeistert", erzählt Dagmar Mitze. An der Südstadt-Schule gehe es um Werteerziehung, darum, den Kindern zu erklären, was es heißt, soziale Verantwortung zu übernehmen.

Drei Jahre nachdem Ulrich Freiherr von Medem die Schule gegründet hatte, wurde dort ein sogenannter Sozialer Dienst eingeführt. "Dieser Dienst verpflichtet Schüler der achten und neunten Klassen, sich einmal pro Woche nachmittags sozial zu engagieren. Zum Beispiel intern als Helfer im Sportunterricht oder als Schulsanitäter. Andere entscheiden sich dafür, in einer Kita oder einem Seniorenheim zu arbeiten", erklärt die Düsseldorferin.

Dieses Konzept führt die Schule bis heute fort - mit Erfolg. Und es wird sich sicher in den nächsten Jahren nicht viel daran ändern. "Wir legen außerdem großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Eltern", erzählt Dagmar Mitze, an deren Schule die derzeit rund 80 Lehrer auch viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund unterrichten. Überhaupt gewinnt das Thema Integration wie auch an anderen Schulen immer stärker an Bedeutung. "Wir haben inzwischen zwei Seiteneinsteigerklassen, in denen 40 geflüchtete Kinder unterrichtet werden", erzählt die Schulleiterin. Viele sind nicht alphabetisiert und fangen "bei Null" an. Zusätzlich müsse die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule auch die Herausforderungen der Inklusion meistern.

Die Schulleiterin bemängelt, dass es dafür eigentlich zu wenig Personal gebe. "Das Thema Inklusion könnte aber durchaus eine Erfolgsgeschichte werden", sagt Mitze. Alle hätten sich zunächst daran gewöhnen müssen, dass Kinder mit und ohne besonderen Förderbedarf gemeinsam lernen. 35 Inklusionskinder gehen aktuell in der Südstadt zur Schule. "Wir sind in den vergangenen Jahren mit diesen Dingen gewachsen", erzählt Mitze, deren Aufgabe es ist, auch mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung ein neues Zeitalter an der Schule einzuläuten: das Zeitalter des selbstständigen Lernens, des Recherchierens im Internet - und vielleicht in ein paar Jahren auch das Zeitalter digitaler Tafeln in den Klassenräumen. Aktuell ist die Schule dabei, ein Selbstlernzentrum in der früheren Bibliothek einzurichten, wo Schüler an Computerinseln selbstständig für verschiedene Themen im Internet recherchieren können. Auf dem Weg zum Abitur nach 13 Schuljahren ist das inzwischen unerlässlich. Zwei Drittel der Schüler eines Jahrgangs besuchen an der "Käthe-Kollwitz" pro Jahr die Oberstufe, die meisten schließen sie erfolgreich mit dem Abitur in der Tasche ab. "Das liegt an der engen Betreuung, aber auch an den Fächerkombinationen", erzählt Lehrerin Magda Gladbach-Schmitz. Was viele nicht wissen: Neben der Südstadt-Schule gibt es nur zwei weitere Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen, die in der Oberstufe den Leistungskursus Physik anbieten.

Quelle: NGZ
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