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Grevenbroich
Das Liebespaar aus der Flaschenpost

Grevenbroich: Das Liebespaar aus der Flaschenpost heiratet
Im 7. Himmel der Liebe: Sandra Hülder und Markus Wingerath. FOTO: von
Grevenbroich. Die Rotkreuz-Wasserwacht hat eine Flaschenpost mit zärtlichem Inhalt aus dem Rhein gefischt. Auf den Weg gebracht wurde die Botschaft vom ehemaligen Hemmerdener Schützenkönigspaar - das sich übermorgen das Ja-Wort gibt. Von Valeska von Dolega

Zum Abschlussfeuerwerk bei der großen Rheinkirmes in Düsseldorf wollten André Fricke und seine Kollegen von der Rotkreuz-Wasserwacht nur ihr Boot in die richtige Kontrollposition bringen, "als plötzlich steuerbords eine Glasflasche trieb", erinnert der stellvertretende Leiter sich. "Leer war sie nicht", und als Flaschenpost auch nicht mit irgendwas gefüllt. In ihr steckte ein Liebesbrief.

"Hallo mein Schatz!" beginnt der romantische Schrieb aus dem Rhein, er enthält sehnsuchtsvolle Worte und endet mit den Worten "Ich liebe Dich". "Wir wissen nicht genau, wann die Hochzeit stattfinden wird. Wir wissen aber, dass Deine Verlobte Dich sehr lieben muss", gratulierten die Rotkreuzler via Facebook.

Und zwar keinem geringeren als Markus Wingerath, dem Regenten der Sebastianus-Bruderschaft Hemmerden in der Saison 2014/15. Damals waren er und Briefeschreiberin Sandra das Schützenkönigspaar, jetzt wird aus den beiden ein richtiges Ehepaar. Ein Happy End in jeglicher Hinsicht, die zwei kennen einander aus dem Sandkasten und waren schon immer beste Freunde - bis die Liebe sie vor fünf Jahren wie ein Blitz traf.

"Ich habe lange genug gewartet", berichtet Markus Wingerath über seine große Liebe und kleine Hindernisse, die es auf dem Weg zur Hochzeit zu überwinden galt. Denn zwischenzeitlich war Sandra Hülder anderwertig liiert. "Dass wir ein Liebespaar wurden, hat niemanden aus der Familie und von den Freunden überrascht", dass die beiden so lange gebraucht haben, das festzustellen, hatte die anderen verblüfft.

Beide sind laut Eigenaussage Romantiker und wissen einander immer wieder zu Freudentränen zu rühren. Nicht nur mit der zu Herzen gehenden Flaschenpost, ebenso filmreif war der Heiratsantrag. "Wir sind in die Karibik geflogen", erinnert sich Sandara an "Sonne, Meer und Strand, ganz so wie ich es mag". Vor allem die Abende in jenem November vor zwei Jahren waren "unsagbar schön", unterm Sternenzelt aßen beide zu Abend. Mehrfach. Am drittletzten Abend im Schein von Kerzen und Fackeln, wurde wie immer als krönender Abschluss das Dessert (Foto) serviert. Nur, dass diesmal mit Schokolade auf einen mit Erdbeeren und Herzen verzierten Teller geschrieben stand: "Willst Du mich heiraten?", erinnert sich die 41-Jährige gerührt an den süßen Antrag - übrigens mit kleinem Rechtschreibfehler: der karibische Konditor hatte in "heiraten" ein "e" vergessen. Den Verlobungsring fischte ihr Herzbube aus einer der Erdbeeren. Damit der perfekt sitzt, hatte der Hemmerdener im Vorfeld einen Ring seiner Liebsten stibitzt, um beim Juwelier die richtige Größe bestimmen zu lassen, wie er später grinsend gestand.

Die nächsten Tränen der Rührung werden bei der standesamtlichen Trauung erwartet. "Jetzt heirate ich meinen besten Freund, der Eine mit dem ich lache, mit dem ich träume, für den ich lebe und den ich liebe", sagt die Braut über ihren Liebsten und sorgt mit den anrührenden Worten, dem Vernehmen nach der Trauspruch, schon jetzt für wohlige Seufzer. Die Stunden bis zum Ja-Wort am Donnerstag lassen sich fast herunterzählen. "Ich bin mir sicher, er ist der Richtige", begründet die Braut ihre entspannte Haltung vor dem Ereignis. "Ich bin aufgeregt", gesteht der Bräutigam. Schon bei der Hochzeit seines jüngeren Bruders Maik vor acht Jahren war er zappelig. Das eigene Ja-Wort beschert ihm erst recht Herzklopfen.

Nach der standesamtlichen Hochzeit folgt Samstag die Trauung in die katholische Kirche St. Mauri, in der Markus Wingerath getauft wurde und Kommunion feierte, anschließend wird gefeiert. Die Flitterwochen stehen dann im Herbst an. Rund um den Antragstag am 11. 11. geht es wieder unter das romantische Sternenzelt in der Karibik. Und eines schönen Tages könnten sich beide vorstellen, noch mal die Königswürde in der Bruderschaft Hemmerden anstreben zu wollen.

Quelle: NGZ
 
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