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Kandidat Rainer Thiel erstattet Anzeige
Etliche SPD-Wahlplakate in Grevenbroich gestohlen

Grevenbroich. Die SPD hat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Der Grund: Etliche Wahlplakate wurden gestohlen. Von Wiljo Piel

Stadtverbandschef André Thalmann ist alles andere als amüsiert. Kein Wunder, muss er jetzt doch noch einmal kräftig in die SPD-Parteikasse langen, um neue Wahlplakate zu kaufen. Denn in den vergangenen Tagen sind etliche Poster mit dem Konterfrei des Landtagsabgeordneten Rainer Thiel von den Laternenpfählen im Stadtgebiet verschwunden. Und die müssen jetzt - in der immer heißer werdenden Phase des Wahlkampfes - ersetzt werden. "Das kostet uns einen Betrag im unteren vierstelligen Bereich", stöhnt Thalmann.

Wie viele Plakate genau fehlen, konnte der Parteivorsitzende noch nicht ermitteln. "Es sind aber eine ganze Menge", meint er. In Hülchrath und Langwaden zum Beispiel sei Rainer Thiel flächendeckend aus dem Straßenbild verschwunden, mindestens 20 Plakate seien dort weg. Und auch aus Teilen von Wevelinghoven kamen Verlustmeldungen, ebenso wurden Poster an der Aluminiumstraße abgehängt. "Das ist eine Unverschämtheit", wettert Thalmann. Wegen des Diebstahls und des wirtschaftlichen Schadens für die Partei hat er den Fall jetzt zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach gebracht.

Die Poster waren von den Genossen recht hoch aufgehängt worden, teilweise jenseits der Zwei-Meter-Marke. "Und zwar so, dass sie keinem die Sicht nahmen - also niemanden beeinträchtigten", sagt André Thalmann. Die Diebe müssen an einigen Stellen auch auf eine Leiter geklettert sein, um die mit Kabelbindern festgezurrten Plakate zu entfernen. Der SPD-Vorstand hofft nun darauf, dass das jemand gesehen hat und Hinweise auf die Täter geben kann.

Im Fall der in Grevenbroich gestohlen Wahlplakate ist nicht die Kreispolizei, sondern der Staatsschutz in Düsseldorf zuständigen. "Gerade jetzt in der heißen Phase haben wir es mit vielfältigen Taten rund um Plakate zu tun", sagt ein Sprecher der Behörde. Die derzeit angezeigten Delikte würden von mit Filzstiften angemalten Hitler-Bärtchen bis hin zu gekritzelten Kommentaren reichen. "Und manchmal werden sie beschädigt, angezündet oder halt gestohlen", sagt der Sprecher. Fälle wie diese werden generell vom Staatsschutz bearbeitet und dahingehend geprüft, ob hinter den Taten eine politisch geartete Motivation stehen könnte. "Voraussetzung ist, dass wir einen Ermittlungsansatz haben", heißt es aus Düsseldorf. Es müsse Hinweise auf den Täterkreis geben.

Was das betrifft, tappt André Thalmann im Dunkeln. In der Grevenbroicher SPD würden zwar Gerüchte kursieren, dass "der politische Gegner" hinter dem Diebstahl stecken könnte, doch daran will sich der Stadtverbandsvorsitzende nicht beteiligen. "Weil sich das nicht beweisen lässt", sagt Thalmann: "Ich persönlich kann das mir auch nicht vorstellen, da ich die in den demokratischen Parteien und Wählergemeinschaften engagierten Personen für ehrenwerte Politiker halte." Umso besser wäre es für alle Beteiligten, wenn die Sache schnellstmöglich aufgeklärt würde, meint der Stadtverbandsvorsitzende.

Der Plakat-Klau scheint sich auf derzeit die SPD zu konzentrieren. Laut Parteichef Wolfgang Kaiser habe die CDU bisher "kaum Verluste" erlitten. Und auch die FDP blieb verschont. "Alles noch da", meldet Vorsitzender Markus Schumacher.

Quelle: NGZ
 
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