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Grevenbroich
Grevenbroich im Oktoberfest-Fieber

Grevenbroich im Oktoberfest-Fieber 2017
Petra Eisold zeigt Dirndl aus der ersten Trachtenkollektion in der Boutique "Rebell" an der Kölner Straße. FOTO: Gundhild Tillmanns
Grevenbroich. Der Ansturm fürs Oktoberfest in Wevelinghoven ist so groß wie nie. Trachtenausstatter entdecken eine Marktlücke. Von Gundhiild Tillmanns

So viele Karten wie in diesem sind in der ersten Septemberwoche für das Oktoberfest in Wevelinghoven noch nie verkauft worden: "2500 Tickets haben sich die Grevenbroicher bis jetzt schon gesichert", berichtet Festorganisator Marc Pesch. Am 14. und 21. Oktober wird das Oktoberfest auf dem Gelände der früheren Zuckerfabrik steigen. Vor zehn Jahren gab es die erste Veranstaltung dieser Art von Marc Pesch und Hans-Georg Späth, damals im Industriegebiet in Kapellen. "450 Menschen waren mit dabei", erinnern sich die beiden.

Mit dem Wechsel auf das Zuckerfabrikgelände und der Zusammenarbeit mit dem oberbayerischen Ferienort Reit im Winkl "explodierte" der Besucherzustrom förmlich. Laut Pesch kommen die Gäste sogar aus Hannover, weil sie als Touristen in Reit im Winkl registriert seien und so von der dortigen Tourismusorganisation gezielt auf das Fest in Grevenbroich aufmerksam gemacht würden. Ob sich der Oktoberfest-Boom auch die nächsten Jahre halten werde, könne er nicht sagen. Aber im Moment sei dies ein Trend, der auch über Grevenbroich hinaus zu beobachten sei.

Und Pesch stellt fest, dass sich vor allem unter den Frauen immer mehr ein Wettstreit um das schönste Dirndl einstellt. Er habe den Eindruck, dass viele Frauen jedes Jahr in einem neuen Dirndl zum Fest kämen. Und ein Friseur in Noithausen habe schon Tage vor dem Oktoberfest fast nichts anderes mehr zu tun, als den Damen die zum Dirndl passenden Flechtfrisuren zu kreieren.

Auch bei "Depot" gibt's Passendes zum Oktoberfest. FOTO: Gundhild Tillmanns

Von diesem Trend partizipieren auch die wenigen Trachtenmoden-Anbieter, die es in Grevenbroich gibt. So freuen sich die Inhaber des Fashion Outlet "Return" Am Hammerwerk und Nicole Feuster von der Boutique "Rebell" an der Kölner Straße, dass sie echte Marktlücken aufgetan haben. Feustel hat in diesem Jahr zum ersten Mal eine Dirndl-Kollektion aus Salzburg eingekauft: "Ich musste schon mehrmals nachbestellen, die Nachfrage ist unglaublich gut", freut sich die Geschäftsfrau. Und im nächsten Jahr werde sie ihr Sortiment auch um Schuhe und Schmuck, passend zum Dirndl, erweitern.

Feustel ist "Überzeugungstäterin": Sie sei als Besucherin des Oktoberfestes in Wevelinghoven auf die Idee gekommen, in der Saison auch Trachtenmoden in ihrem Geschäft anzubieten. Und zum Oktoberfest 2017 habe sie bereits Karten für sich und alle ihre Mitarbeiterinnen gesichert.

Birgit Zimmermann drapiert ein modernes Jeans-Dirndl mit Schmuck und Tasche beim Fashion Outlet "Return" Am Hammerwerk. FOTO: Gundhild Tillmanns

Nicht nur zum Oktoberfest, aber zu dieser Zeit in besonderem Maße, seien Dirndl & Co im Fashion Outlet "Return" Am Hammerwerk gefragt, wie Mitarbeiterin Birgit Zimmermann berichtet. Auch zu Motto-Feiern kämen übers Jahr hin und wieder Trachtenliebhaber. Doch aktuell herrsche schon Hochbetrieb für das Event an der Zuckerfabrik. Viele statteten sich auch gleich komplett mit Schuhen, Tasche und Schmuck zum Dindl oder zu einer Mieder-Rock-Kombination aus, beobachtet die Verkäuferin. Auch das Fashion Outlet bezieht seine Trachtenkollektionen aus dem Salzburger Land.

Das Grevenbroicher Oktoberfest-Fieber "grassiert" indes nicht nur im Bekleidungssektor. Auch in der Gastronomie geht's teilweise bayerisch zu. So sorgt Katharina Korku in der Café-Bar "Fräuleinswunder" dafür, dass es sonntags ein deftiges Weißwurst-Frühstück gibt - und die weibliche Belegschaft dasselbe natürlich im Dirndl serviert.

Quelle: NGZ
 
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