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Grevenbroich
NGZ-Tour zum Riesen-Bagger im Tagebau

Grevenbroich: Mit der NGZ in den Tagebau
Das Aussteigen am Schaufelradbagger ist normalerweise streng verboten. RWE Power machte für die 70 Gewinner der NGZ-Aktion eine Ausnahme. FOTO: l. berns
Grevenbroich. 70 Leser unserer Zeitung nahmen gestern an einer besonderen Tour durch den Tagebau Garzweiler teil. Sie sahen einen Schaufelradbagger aus der Nähe und fuhren als eine der ersten Gruppen über die frisch asphaltierte Autobahn 44n. Von Christian Kandzorra

Die Fahrt mit dem Geländebus quer durch den Tagebau Garzweiler ist eine holprige Angelegenheit. Doch zwischen dem Geschaukel und dem Auf und Ab auf den unbefestigten Straßen wird es plötzlich ganz ruhig: Geschmeidig rollt der Bus über ein erst vor wenigen Wochen asphaltiertes Stück der neuen Autobahn 44, die über eine aufgeschüttete Trasse durch die Tagebau-Grube (bis zu 200 Meter tief) verläuft. Sogar weiße Fahrbahnmarkierungen sind schon angebracht.

Die gewaltigen "Zähne" des Schaufelradbaggers graben sich ins Erdreich. In ihnen könnte man einen Kleinwagen parken. Der Schichtleiter hat alles im Blick. FOTO: Berns, Lothar (lber)

Die 70 Gewinner der exklusiven NGZ-Tour durch den Tagebau sind die ersten, die über die nagelneue Autobahn fahren. Sie soll erst 2017 als Ersatz für die A 61 freigegeben werden, die dann unterbrochen wird. "Die Trasse durch den Tagebau ist ungefähr zur Hälfte aufgeschüttet. Vor kurzem haben wir mit der Asphaltierung auf dem ersten Stück begonnen", sagt der stellvertretende Tagebauleiter Markus Kosma.

Er führt unsere Leser gemeinsam mit Besucherbetreuer Sebastian Scharmann durch die rund 30 Quadratkilometer große Betriebsstätte und zusätzlich durch rekultivierten Flächen wie etwa die Königshovener Höhe.

Mit dem allradbetriebenen Geländebus ging's in die Tiefen des Tagebaus. FOTO: Berns, Lothar (lber)

Das Besondere: Die Besucher dürfen ausnahmsweise an einem der Schaufelradbagger aussteigen. "Die Geräte haben jeweils eine Leistung von bis zu 20 000 PS und sind schwerer als der Eiffelturm", erklärt RWE-Sprecher André Bauguitte, der die vierstündige Tour ebenfalls begleitet. Sechs solcher Bagger sind an den drei Braunkohle-Flözen im Einsatz. "Die Dimensionen und die Technik faszinieren mich", sagt Ulrich Maurer aus Neuss, der schon einmal mit dem Fahrrad um den Tagebau gefahren war, einem Schaufelradbagger aber noch nie so nah gekommen ist. "Mich beeindrucken vor allem die Spuren der Schaufeln an den Abbaukanten", erzählt Marianne Thurn, die Motive wie diese mit ihrer Kamera festhält.

Interessant: Im Tagebau Garzweiler werden jährlich rund 36 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert, die überwiegend für die Stromerzeugung genutzt werden. "Fast jede vierte Kilowattstunde Strom wird aus Braunkohle gewonnen", betont André Bauguitte, der gleichzeitig aber auch die Nachteile der Kohleförderung im Rheinischen Revier anspricht.

NGZ-Leserin Marianne Thurn fotografiert die Schaufel-Spuren im Erdreich. FOTO: Berns, Lothar (lber)

"Der hohe CO2-Ausstoß etwa oder die Ortsumsiedlungen gehören dazu." Doch der Konzern setzt zunehmend auch auf Alternative Energien. Dutzende Windräder stehen in Sichtweite - zum Beispiel auf der Königshovener Höhe, deren rekultivierte Flächen der Biologe Ulf Dworschak bei der Tour erklärt.

Quelle: NGZ
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