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Prozess
RWE verlangt nach BoA-Unfall 1,4 Milliarden Euro

2007: Unglück auf BoA-Baustelle
2007: Unglück auf BoA-Baustelle FOTO: NGZ-Online
Grevenbroich. Neun Jahre nach dem schweren Unfall beim Bau eines riesigen Braunkohle-Kraftwerks am Niederrhein wird der Vorfall vor Gericht aufgerollt. RWE verlangt von Baufirmen 1,4 Milliarden Euro Schadenersatz.

Der Energiekonzern RWE hat ein Firmenkonsortium wegen eines Unfalls beim Bau eines Kraftwerks am Niederrhein auf 1,4 Milliarden Euro Schadenersatz verklagt. Der Zivilprozess beginne an diesem Freitag am Landgericht Mönchengladbach, teilte ein Gerichtssprecher mit.

Beim Bau des Braunkohlekraftwerks in Grevenbroich war es am 25. Oktober 2007 zu einem schweren Unfall gekommen, bei dem drei Arbeiter starben und sechs verletzt wurden. Eine 450 Tonnen schwere Stahl-Konstruktion hatte sich in 100 Metern Höhe gelöst und war in die Tiefe gestürzt.

RWE spricht von Pflichtverletzungen der Baufirmen

Die RWE Power AG argumentiert, der Unfall vor neun Jahren beruhe auf Pflichtverletzungen des Bau-Konsortiums. Deswegen sei es zu Verzögerungen gekommen, das Kraftwerk 2012 später als geplant ans Netz gegangen. Dadurch sei RWE Gewinn in Höhe von rund 900 Millionen Euro entgangen. Auch die Baukosten hätten sich durch die Verzögerungen erhöht.

Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hatte die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingestellt. Im verklagten Bau-Konsortium sind die Firmen Hitachi und Alstom vertreten. Insgesamt sind drei Zivilverfahren in der Sache anhängig, so das Gericht.

Das Konsortium hat im Gegenzug RWE im zweiten Verfahren auf Zahlung von 290 Millionen Euro verklagt. Dabei handele es sich um ausstehende Ansprüche aus den Bauarbeiten. Im dritten Verfahren will RWE feststellen lassen, dass dem Konsortium kein Geld mehr zusteht.

(lsa/lnw)
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