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Grevenbroich
Grevenbroicher aktiv für Demenzkranke

Grevenbroich: Grevenbroicher aktiv für Demenzkranke
Zahlreiche Vorschläge für Kulturveranstaltungen - etwa für Demenzkranke - machten die Teilnehmer der Info-Veranstaltung zum "MoKKa"-Projekt. Bis zum Veranstaltungskalender wird es aber noch einige Monate dauern. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Der Caritas-Verband will ein Kultur-Programm für ältere Menschen mit geistigen Einschränkungen, etwa mit Demenz, schmieden. Rund 30 Ehrenamtler und Vertreter von Organisationen sammelten viele Ideen, wollen sich engagieren. _ Von Carsten Sommerfeld

Senioren mit geistigen Einschränkungen sollen mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können - das ist das Ziel des "MoKKa"-Projektes des Caritasverbandes, der zusamen mit vielen Partnern ein "Mosaik aus Kunst und Kulturangeboten" schaffen will. Ein Grundstein wurde dafür gestern im Carl-Sonnenschein-Haus in Elsen gelegt: 30 Ehrenamtler und Vertreter von Organisationen, Vereinen und Kirche informierten sich über "MoKKa", wollen aktiv werden - und haben viele Ideen.

Die Stellwand füllte sich mit blauen und grünen Zetteln - mit Vorschlägen vom Mundart-Nachmittag bis zum Zoo-Besuch. Cordula Bohle von der Caritas, die unter anderem mit Beate Müller das Projekt vorbereitet hatte, war mit der Resonanz und der Zahl interessierter Helfer sehr zufrieden.

Das Ziel von MoKKa: "Viele Menschen, die etwa demenzkrank sind, scheuen sich, am kulturellen Leben teilzunehmen. Wir wollen geeignete Angebote schaffen, bei denen sie anderen auf Augenhöhe begegnen können", erklärt die Sozialpädagogin. Die Veranstaltungen seien bewusst für alle offen, "sie sollen Orte der Begegnung sein". Ein fester Bestandteil im Programm und eine Anlaufstelle wird ein Kultur-Café, das 2016 starten soll.

Im April hatte Diakon André Kleinen in Kapellen bereits einen Gottesdienst für die Zielgruppe gehallen. Daraus soll mehr werden. Wodurch unterscheiden sich Veranstaltungen für Senioren mit geistigen Einschränkungen - Altersverwirrte oder Menschen nach Schlaganfall - von anderen? Diese Menschen "benötigen Ruhe, eine geschützte Umgebung. Beispielsweise eine laute Geräuschkulisse verwirrt sie oft", weiß Jutta Hinze (60) aus der Südstadt. Sie ist ebenso bereits bei der Caritas ehrenamtlich aktiv wie Julieta Sarai (61) aus Elfgen, die sich als Kulturbegleiterin für Demenzkranke engagieren möchte.

Etwas kürzere Veranstaltungen, eine Pause und eine Konzentration auf einige Informationen - das sind weitere Punkte, die zu beachten sind. Stefan Pelzer-Florack, Kulturfachbereichsleiter bei der Stadt, denkt an Führungen durch das Museum der Niederrheinischen Seele, "bei denen die 60er Jahre im Mittelpunkt stehen. Demenzkranke haben oft viele Erinnerungen an die Zeit, als sie jung waren." Helga Wieczorek (61) schlug einen Tanznachmittag mit alten Liedern vor.

Sie besucht eine demenzkranke Seniorin. "Es ist schade, dass in unserer Gesellschaft viele Menschen einsam sind", sagt die Gustorferin. Künstlerin Ursula Schachschneider schlug Atelierbesuche vor. Gerd Busch (61) aus Hemmerden, der mit Diakon Kleinen Konzerte in der Kirche St. Mauri organisiert, kündigte ein Konzert mit historischen Instrumenten am 25. Oktober, 15.30 Uhr, in der Kirche an.

Bis ein Veranstaltungskalender veröffentlicht werden kann, wird es laut Bohle bis zum Jahresende dauern. Im Oktober sind zunächst Workshops geplant, in denen Anbieter von Kulturveranstaltungen erfahren, was sie beachten müssen.

Quelle: NGZ
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