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Grevenbroich
Grevenbroicher sammeln für Rollstuhl

Grevenbroich: Grevenbroicher sammeln für Rollstuhl
Christoph Meyer und andere wollen Maria Monser helfen, sammeln Geld für einen schnelleren Rollstuhl. Knapp 2000 Euro sind schon zusammen. FOTO: Anja tinter
Grevenbroich. Christoph Meyer, Behindertenbeauftragter der Stadt, ruft zu Spenden auf, damit Maria Monser aus Elsen einen schnelleren Rollstuhl bekommt. Auch sonst setzt sich Meyer für die Belange von Rolli-Fahrern in der Stadt ein. Von Carsten Sommerfeld

Eine Dreiviertelstunde ist Maria Monser von ihrer Wohnung in Elsen in die Innenstadt unterwegs - sechs Kilometer pro Stunde schafft ihr Rollstuhl. Das soll anders werden: Christoph Meyer, Behindertenbeauftragter der Stadt, bittet um Spenden, damit die 57-Jährige schneller unterwegs sein kann. In Kürze werden in Geschäften Sammeldosen aufgestellt. 7000 Euro seien nötig.

Maria Monser ist querschnittsgelähmt, hat nur noch einen Arm. "Das Wort ,Krüppel' kenne ich, seitdem ich drei war", sagt sie. Mit ihrem Rollstuhl ist sie oft unterwegs. "Ich bin gern in der Innenstadt und mit Menschen zusammen." Doch der Weg dorthin dauert. "Viele Jahre lang konnte ich einen Rollstuhl für Tempo 15 nutzen. Vor zwei Jahren stellte mir meine Krankenkasse einen zur Verfügung, der lediglich für sechs km/h zugelassen ist." Die Folgen: "Die Fahrten dauern viel länger, früher war ich in rund 15 Minuten in der City. Vor weiten Wegen muss ich überlegen, ob die Akkus ausreichen. Und ins Tiergehege im Bend komme ich kaum noch, obwohl ich Tiere liebe." Ein weiterer Grund für den Wunsch nach mehr Tempo: "Ich brauche das für meine Psyche. Ich bin ein temperamentvoller Mensch. Da ich nicht laufen kann, möchte ich manchmal etwas schneller fahren", erklärt Monser. Christoph Meyer berichtet: "Mehrere Kassen stellen vermehrt Rollstühle nur für sechs Kilometer bereit. Nach der Gesetzeslage sind sie verpflichtet, Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, die für einen Umkreis von 500 Metern ausreichend sind. Frau Monser sollte aber ihr Leben so führen, wie sie es möchte. Laut Gleichstellungsgesetz dürfen Behinderte nicht durch ihre Beeinträchtigung benachteiligt werden." Juristische Schritte hält er nicht für sinnvoll. "Das würde zu lange dauern."

Zum konkreten Fall nimmt Rainer Lange, Sprecher von Monsers Kasse DAK Gesundheit, aus Datenschutzgründen keine Stellung. Generell gelte: "Wir stellen Hilfsmittel zur Verfügung, die medizinisch sinnvoll, zweckmäßig und wirtschaftlich sind. Deswegen werden solche Rollstühle leihweise zur Verfügung gestellt." Sechs-Kilometer-Rollstühle seien zudem - anders als schnellere - versicherungsfrei.

Meyer und mehrere Bekannte wollen nun für Maria Monser Geld sammeln. Wer helfen will, kann sich an ihn wenden (0176 43321597). Vielleicht kommt sie mit ewas weniger Geld aus. "Wenn ein teurerer Rollstuhl gewünscht wird, ist es möglich, mit dem Lieferanten über die Mehrkosten zu verhandeln, ob die bisherige Kassenleistung angerechnt wird", sagt Lange.

Die Zahl der Rollstuhlfahrer im Stadtgebiet schätzt Behindertenbeauftragter Meyer auf 100 bis 200. Immer wieder macht er auf Probleme aufmerksam. So sei auf der Poststraße in Wevelinghoven der Bürgersteig teilweise für Rollstuhl- und Rollatorfahrer zu schmal - in Kürze gibt es mit der Stadt einen Ortstermin. Und an der Haltestelle an der Moschee am Hammerwerk sei der Bordstein zu niedrig, um die Rampe am Bus auszufahren.

Quelle: NGZ
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