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Grevenbroich
Grevenbroicher setzen Zeichen für Toleranz und gegen Ausgrenzung

Grevenbroich. Eine klare Botschaft ist im Café Kultus zu lesen: "Rassismus fügt Ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu", steht als Warnung auf einem kleinen Bild, das einer Zigaretten-Packung ähnelt. Es ist eines von vielen Werken, die jetzt in einer Ausstellung unter dem Motto "Wir sind bunt" im Jugendcafé am Markt zu sehen sind. Initiatorin der Kunstaktion ist Gina Penz. Die 24 Jahre alte Studentin aus Neuenhausen hatte die Initiative "Wir sind bunt" ins Leben gerufen. Im April hatten sich viele Politiker zur Ratssitzung statt im Kostüm oder Anzug in buntem Outfit präsentiert und so ein Zeichen für Offenheit und gegen Fremdenfeindlichkeit gesetzt. Von Carsten Sommerfeld

Nun gibt's ein neues Projekt: Grevenbroicher sollen mit Bildern Farbe bekennen. "Wir wollen Menschen sensibilisieren, sich mit dem Thema Vielfalt und Toleranz auseinanderzusetzen. Dabei geht es nicht nur um Migranten, sondern auch um behinderte Menschen und andere", erläutert Gina Penz, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzt, bei der Ausstellungseröffnung. Auf den Aufruf hin entstanden mehr als 100 Bilder, von denen erst einmal die Hälfte zu sehen ist. Nach einiger Zeit soll gewechselt werden. Etliche Werke stammen aus Schulprojekten von Schülern aus der neunten und zwölften Stufe des Erasmus-Gymnasiums. "Bilder sagen mehr als Worte", erklärt Monika Jakobowsky (17) vom Gymnasium, die sich an der Aktion beteiligt hat. Auch Privatleute und andere machten mit, eine Spielgruppe sorgte mit kleinen Händen und Füßen voller Farbe für ein farbenfrohes Bild.

Ganz unterschiedlich gingen die Künstler das Thema an. Auf einer Mini-Leinwand droht ein brauner Hai kleine bunte Fische zu verschlingen, auf einer anderen werben die pfiffigen Pinguine aus den Madagascar-Filmen als verschiedenfarbige Kunststoff-Vögel für Toleranz. Nebenan formieren sich schwarze und und weiße Schafe zur Herde unter dem Motto "Gemeinsam sind wir stark". Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile werden thematisiert - etwa bei der Frage auf einem Bild: "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?" Überraschende Ansichten bietet ein Werk, in dem mit unterschiedlich breiten Pfeilen die vielen Flüchtlingsströme auf der Welt markiert sind - ohne dass Kontinent-Grenzen eine Orientierung ermöglichen.

Quelle: NGZ
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