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Grevenbroich
Grevenbroicherin verwandelt sich in Fantasy-Heldinnen

Grevenbroich: Grevenbroicherin verwandelt sich in Fantasy-Heldinnen
Kein Anime und Manga: Viel lieber macht Lopez Kostüme zu Serien wie "Game of Thrones". Catelyn Stark ist einer ihrer Favoriten. FOTO: Fantastic People Pictures
Grevenbroich. Diana Marin Lopez (27) schneidert die Kostüme von Figuren aus Videospielen und Serien. Von Julia Schüßler

Mal sieht sie aus wie die resolute Catelyn Stark aus der Fantasy-Serie "Game of Thrones", mal wie die zierliche Belle aus Disneys "Die Schöne und das Biest". Diana Marin Lopez aus Grevenbroich mag ungewöhnliche Verkleidungen - und die schneidert sie alle selbst. In ihrer Freizeit entwirft die 27-Jährige die Roben bekannter Figuren - und schlüpft in die Rolle der Charaktere aus fiktiven Welten.

"Etwa zwei Wochen kann es dauern, bis ein solch aufwendiges Kostüm nach Originalvorlagen fertig ist", sagt Lopez. Ganz preiswert ist ihr Hobby nicht. Denn so ein Meter Stoff koste in Deutschland gut und gerne schon mal vier Euro - und alleine der Rock einer Verkleidung könne an die sechs Meter "fressen", sagt Lopez. "Deshalb fahre ich gerne auf Stoffmärkte in Holland. Dort gibt es den gleichen Stoff für die Hälfte des Preises." Um Geld zu sparen könne an manchen Stellen, die nicht sichtbar sind, auch geschummelt werden. "Für den Unterrock kann man anstatt Seidenstoff zum Beispiel Tüll oder Satin nehmen. Es kommt drauf an, wie bauschig es sein soll", sagt Lopez.

Für aufwendige Kostümeentstehen in zweiwöchiger Arbeit. Foto: Fotograf-13 FOTO: Fotograf-13

Die 27-Jährige hat sowohl Mode-als auch Mediendesign studiert und ist nun seit über einem Jahr auf Jobsuche. Trotz ihres Talents hat sie es schwer, eine Stelle zu finden. "Ich würde gerne in einem Brautmodegeschäft arbeiten. Speziell Ausgebildete werden dort aber bevorzugt." Derzeit arbeite sie deshalb in der Karate-Fachsportschule, um "ein paar Kröten zu verdienen".

Zum Cosplay - eine Verbindung aus Kostüm und Spiel - kam sie 2007 nach dem Besuch ihres ersten Japan-Tages in Düsseldorf. "Weitere Treffen mit Freunden haben schließlich dazu geführt, dass wir das beibehalten haben", sagt Lopez. Mittlerweile habe sie sicherlich an die 100 Kostüme gefertigt, einige auch für Freunde. Viele hat sie davon zum Preis der Materialkosten wieder verkauft, damit sie neue Stoffe kaufen kann. 20 bis 30 Roben plus Perücken und Schuhe lagern noch im Keller. Sie entstehen in ihrem Zimmer, denn noch wohnt Lopez zu Hause. "Wenn es weite Röcke sind, muss schon mal etwas an die Seite geräumt werden", sagt sie. Ein Campingtisch diente auch schon als Nähunterlage, als die Rüschen sich auf ihrem kleinen Eckschreibtisch zu sehr auftürmten.

Lopez als Evie Frye aus dem Videospiel "Assassins Creed". FOTO: Fotograf-13

Bis zu 1000 Euro würde sie für ein großes Projekt ausgeben. Dank der vielen Arbeiten hat sie aber schon eine große Stoffsammlung, auf die sie immer wieder zurückgreifen kann. "Für einen Rosenrock habe ich zum Beispiel nichts bezahlt, da ich alles noch hatte." Dabei arbeitet sie nicht nur mit Vorlagen, sondern kreiert auch eigene Ideen.

Im Winter verkleidet sich die 27-Jährige nicht oft, auch gehe sie nicht im Kostüm einkaufen. "Es gibt manche, die das sehr ernst nehmen. Ich ziehe die Kostüme nur für Fotos oder Fantreffen an." Bei der Spielemesse Gamescom wurde sie von einer Software-Firma entdeckt, für die sie jetzt wirbt. Ende April wird Diana Marin Lopez außerdem mit einer Gruppe auftreten, um den neuen Avenger-Film zu promoten. Sie selbst wird die Heldin Camorra aus "Guardians of the Galaxy" verkörpern. Und im Mai geht's auf die "Roleplay Convention" in Köln - dem Highlight für Fans.

Die letzte Jedi: Diana Marin Lopez kann auch Star Wars. FOTO: LEXX Design
Quelle: NGZ
 
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