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Grevenbroich
Grill-Geruch nervt Händler und Anwohner

Die 20 besten Grilltipps für warme Tage
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Grevenbroich. Beschwerden über Gestank - doch die Stadt riecht nichts. Eine Lösung könnte bald in Sicht sein. Von Wiljo Piel und Kilian Treß

Dem Geschäftsmann Klaus Dicken stinkt's. Und nicht nur ihm. Auch andere Anwohner und Händler zwischen Zehnthof, Wallgasse und Kölner Straße beschweren sich über einen unangenehmen Geruch "nach Holzkohle und Gebratenem", der in ihre Wohnungen und Läden weht. "Das geht schon seit Monaten so", sagt Dicken, der ein Geschäft für den Hobby-Bedarf betreibt. Er hat bereits eine Unterschriftenliste initiiert, die an Bürgermeister Klaus Krützen geschickt wurde. Doch bisher gab es keine Hilfe aus dem Rathaus.

Verursacher der Gerüche soll das im Dezember neu eröffnete Restaurant "X-Pado" sein, in dem ein Holzkohlegrill eingesetzt wird. Dessen Rauch soll eigentlich über einen hohen Schornstein über die Dächer der Innenstadt abziehen. Doch je nach Windrichtung senkt sich der Qualm offenbar in die Umgebung ab. "Das riecht dann so im Geschäft, als ob es irgendwo brennt", sagt Bruni Gold, Inhaberin des Modeladens "P1 by Sky" an der Kölner Straße. Klaus Dicken hat die Stadtverwaltung bereits mehrfach zu Ortsbegehungen aufgerufen, die auch fünf Mal vorgenommen wurden - doch: "Angeblich konnten dabei keine Geruchsbelästigungen festgestellt werden", sagt er.

Welcher Grill passt zu mir? FOTO: Shutterstock/Sean Locke Photography

Dass Dicken - weil's ihm halt stinkt - in der Sache nicht locker lässt, scheint den Verantwortlichen im Rathaus wenig zu gefallen. Die zuständige Fachabteilung hat ihm bereits angekündigt, dass er für jede weitere geforderte Ortsbegehung eine Rechnung zwischen 50 und 500 Euro begleichen müsse. "Ein Unding", sagt der Geschäftsmann. Als Gegenreaktion hat er ein Plakat in sein Schaufenster gehängt, in dem er provozierend auf den "seltenen Virus Ignorantus Geruchus" hinweist, der im Grevenbroicher Rathaus grassiere.

Die Beschwerden richten sich nicht gegen das Restaurant, stellt er klar: "Wir alle hier sind froh, dass der Leerstand an dieser Stelle im Dezember vergangenen Jahres behoben wurde - es ist lediglich der Gestank, der uns nervt. Ein Ausbau des Schornsteins um zwei, drei Meter, der Einbau eines Filters und gegebenenfalls eines Gebläses würde das Problem beheben", meint Dicken. Seine Frage an den Bürgermeister, ob die Stadt für die Ofen- und Kaminanlage eine betriebsrechtliche Genehmigung erteilt habe, blieb bisher unbeantwortet.

Nach all dem Ärger ist nun vielleicht eine Lösung in Sicht, der schwelende Konflikt könnte damit möglicherweise schon bald ein Ende haben. Restaurant-Inhaber Kinsun Sebahattin kündigte gestern auf Nachfrage unserer Redaktion an, rund 1000 Euro in den Ausbau des Schornsteins investieren zu wollen. "Alles ist bestellt", sagt er.

Geschäftsmann Klaus Dicken beschwert sich mit anderen Händlern und Anwohnern über Geruch nach Holzkohle und Gebratenem. FOTO: Lothar Berns
Quelle: NGZ
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