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Grevenbroich
Großer Ansturm beim neunten Apfeltag

Grevenbroich. Gestern drehte sich im Museum alles um alte Apfelsorten. Sie sollen stärker ins Bewusstsein rücken.

Mächtig was los war gestern in der Villa Erckens: Rund 500 Apfel-Fans kamen in das Museum, um sich über Apfelsorten zu informieren, die Früchte zu probieren und zu kaufen. Vor allem nach einem Fachvortrag des Apfel-Experten Thomas Krauß zum Thema "Apfelzucht früher und heute" am Mittag entbrannte ein "Run" auf einige alte Sorten, die im Museum zum Verkauf angeboten wurden. "Im vergangenen Jahr war schon viel los. Diesmal sind noch mehr Besucher hier", sagte Thomas Krauß, der das starke Interesse der Bürger unter anderem auf die Wiederentdeckung der schon verloren geglaubten Sorte "Degeers Renette" zurückführt. Auch Äpfel dieser Sorte konnten die Besucher des Apfeltages gestern verkosten.

Fachleuten wie Thomas Krauß oder Wolfgang Rieve, von dessen Obstwiesen die meisten der gestern angebotenen Früchte stammen, geht es darum, die alten Sorten zu erhalten. "Die Apfelzucht hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Heute kommt Gentechnik zum Einsatz, durch die sich die Züchter zum Beispiel einen hohen Ernteertrag und tolle Farben versprechen. Ich möchte für die Vielfalt unter den Apfelsorten werben", sagte Thomas Krauß. Was viele nicht wissen: Einige der alten Sorten vertragen auch Allergiker. Das macht etwa den "Berlepsch" zu einem beliebten Apfel.

Insgesamt konnten sich die Besucher gestern einen Überblick über rund 100 verschiedene Apfelsorten verschaffen. Zum Verkauf standen aber längst nicht alle. "Wenn wir zum Beispiel Früchte der Sorte ,Degeers Renette' anbieten würden, wären die Äpfel nach einer Minute ausverkauft. Es gibt schließlich nur sehr wenige davon", erklärte Krauß, der auch darauf aufmerksam machte, dass Grevenbroich so etwas wie die Bundeshauptstadt des Apfels ist.

Denn in der Schlossstadt waren vor etlichen Jahrzehnten durch Menschen wie Diedrich Uhlhorn viele Apfelsorten gezüchtet worden, die dann in der ganzen Welt verbreitet wurden. Inzwischen sei es laut Krauß gelungen, zwischen zehn und 15 dieser alten Sorten "wiederzubeleben" - darunter auch Uhlhorns "Champagnerenette". Sie werden inzwischen auch von Obstbauern im Rhein-Kreis Neuss angeboten. Viele der Besucher - einige waren bereits am Samstag zum Entsaften ihres eigenen Obstes beim Bund für beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gekommen - staunten nicht schlecht über die große Ausstellung beim Apfeltag im Erdgeschoss der Villa Erckens, bei der Äpfel in dutzenden Größen, Formen und Farben präsentiert wurden. "Ich habe selbst einige Apfelbäume im Garten. Allerdings weiß ich nicht genau, um welche Sorte es sich handelt", erzählte Besucherin Monika Berg, die Rieva einen ihrer Äpfel mitgegeben hat. Er will erforschen, um welche Sorte es sich handelt.

(cka)
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