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Grevenbroich
Gustorfer Jecken feiern ihr Dreigestirn

Grevenbroich: Gustorfer Jecken feiern ihr Dreigestirn
Schnell waren sie in Amt und Würden: Prinz Manfred Ignatius, Bauer Wilbert Klug und Jungfrau Ralfaela (Ralf) Büttgenbach freuen sich auf die lange Session. FOTO: Tinter
Grevenbroich. Im Rahmen der Karnevalssitzung des Närrischen Sprötz-Trupps erhielten Prinz, Bauer und Jungfrau die Insignien ihrer Macht. Größen des Karnevals wie Redner Martin Schopps boten dem Publikum ein abwechslungsreiches Programm. Von Rudolf Barnholt

Eine Woche nach Hoppeditzerwachen wurde im Festzelt am Torfstecher Weg ausgelassen Sitzungskarneval gefeiert. Der Närrische Sprötz-Trupp Gustorf 1884 hatte eingeladen und rund 550 Besucher waren gekommen - gut 70 mehr als vor einem Jahr. Sie merkten schnell, dass sich die 25-Euro-Investition gelohnt hatte.

Präsident Ewald Wörmann legte Wert darauf, die Proklamation zügig über die Bühne zu bringen. So dauerte es nicht lange, bis das Kinderprinzenpaar Vano Khanzadian und Anna-Lena Von der Straße begrüßt war und das Dreigestirn, bestehend aus Bauer Wilbert Klug, Jungfrau Ralfaela (Ralf Büttgenbach) und Prinz Manfred Ignatius mit den närrischen Insignien, dem Zepter, dem Dreschflegel und dem Spiegel ausgestattet war. Gleich zu Beginn der Sitzung kam hoher närrischer Besuch aus Neuss: Das Prinzenpaar der Quirinusstadt, Dieter III. Hellendahl und Prinzessin Anita, vergaben Orden und nahmen selbst welche entgegen.

Sitzungspräsident Mario Buschinski und sein Elferrat traten als zünftige Bayern-Burschen in Lederhosen auf, viele Besucher waren noch wesentlich bunter gekleidet. Bunt gemischt war das Publikum sowieso: Da waren acht Bewohner vom Gustorfer Haus der Lebenshilfe, die ebenso ihren Spaß hatten wie das Dreigestirn aus Orken. "Wir sind zum ersten Mal hier und finden es toll", sagte Jungfrau "Petra" Stückmann. Bauer Wolle Kirsch trug solz ganze 97 Pfauenfedern an seinem Bauern-Hut.

Martin Schopps aus Köln übernahm die Rolle des Eisbrechers. Er war der Büttenredner in dem ansonsten ziemlich musiklastigen Programm und er machte einen tollen Job. Es ging um den Niveauverfall an den Schulen und die Tendenz, Schlechtes schönzureden. Schopps erzählte von Frauen, die seinem Lehrer-Kollegen den Atem nahmen: "Er musste sie alle selbst aufpumpen." Und "Kevin hat von allen Schülern den meisten Speicherplatz frei" bedeute nichts anderes, als dass er der Dümmste sei. Martin Schopps kann sich Sponsoring im Unterricht sehr gut vorstellen - im Fach Sexualkunde könnte das ein Baumarkt sein mit dem Slogan: "Respekt, wer's selber macht." Die Zuschauer waren begeistert, verlangten eine Zugabe. Und es sollte vergnüglich weitergehen. "Habt ihr Lust auf richtigen, echten Rock'n' Roll?": Diese Frage dürfte auf einer Karnevalssitzung nicht so häufig gestellt werden. Peggy Sugarhill, Frontfrau der Kölner "Rockemariechen", erntete auf ihre Frage ein hundertfaches Ja. Später sollten zum Rock'n'Roll auch kölsche Töne hinzukommen. Der Zeitplan war mittlerweile ein wenig durcheinandergeraten, die jüngsten Tänzerinnen der "Funken Rot-Weiß Gustorf" mussten Klaus & Willi den Vortritt lassen. Klaus, der Bauchredner aus Moers, hatte die nicht ganz leichte Aufgabe, mit den bisherigen Akteuren mitzuhalten. Er sollte es schaffen mit seinen Dialogen mit dem frechen Affen Willi. Der wurde übrigens in derselben Werkstätte gefertigt wie die Figuren von der Muppet-Show. Das Duo brachte das Publikum immer wieder zum Lachen und erfüllte seine Mission. "Meine Schwester bekommt immer mehr als ich - sie hat drei Brüder, ich nur zwei", klagte etwa Willi. Der närrische, rundherum gelungene Abend klang mit den "Rabaue" aus. Wer noch nicht nach Hause wollte, konnte zu Stimmungs- und Unterhaltungsmusik weiterfeiern.

Quelle: NGZ
 
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