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Grevenbroich
Gustorfer Tennishalle steht zum Verkauf

Grevenbroich: Gustorfer Tennishalle steht zum Verkauf
Uwe Hoffmann ist Chef des Gustorfer Tenniscenters. Vor neun Jahren hat er das Objekt am Torfstecherweg übernommen. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Betreiber Uwe Hoffmann will die Tennishalle am Torfstecherweg in Gustorf verkaufen. Er kann sich aber auch einen Umbau zur Soccer-Halle vorstellen. Als Flüchtlingsunterkunft ist die Immobilie laut Stadtverwaltung nicht geeignet. Von Carsten Sommerfeld

Eine große Immobilie am Rand von Gustorf steht jetzt zum Verkauf: 2500 Quadratmeter groß ist die Tennis-Halle am Torfstecherweg. Vor etwa neun Jahren hatte Uwe Hoffmann das Objekt übernommen, er betreibt dort das Tennis-Center Gustorf. Nun plant Hoffmann große Änderungen: Verkauf oder Umbau zur Soccer-Halle (Hallenfußball), die Entscheidung soll etwa Ende März fallen.

Der Tennissport hat's zurzeit nicht leicht, das merkt auch Uwe Hoffmann. "Wir haben noch zufriedenstellende Umsätze. Aber viele ältere Kunden hören mit dem Tennisspielen auf, und es rücken nur wenige Jüngere nach", erklärt der 47-Jährige, der bei Köln wohnt.

Zudem seien in den vergangenen Jahren Kosten etwa für Grundsteuer und Strom gestiegen. "Diese Mehrkosten müssen wir an unsere Kunden weitergeben", sagt der Center-Betreiber und Tennislehrer. Freitags war es früher bis 22 Uhr voll, heute wird es bereits um 20 Uhr leerer." Auch vormittags sei deutlich weniger los als in früheren Jahren. Zurückgegangen sei vor allem die Zahl der Abos. "Diese Abonnements sind aber wichtig, damit wir Planungssicherheit bei der Finanzierung und für Investitionen in der Halle haben", berichtet der Betreiber.

Wie geht es weiter? Primär denkt Uwe Hoffmann an den Verkauf des Objekts. Drei Tennisplätze befinden sich unter dem weiträumigen Hallendach, aber auch ein Gastronomie-Bereich, ein Shop, eine Dachterrasse und eine Wohnung gehören zu der Immobilie auf dem insgesamt 4500 Quadratmeter großen Grundstück, die zurzeit im Internet angeboten wird. Der Kaufpreis: 648.000 Euro. Die Tennisplätze direkt neben der Halle gehören nicht zur Immobilie, sie werden vom Tennis-Club (TC) Gustorf 1980 betrieben.

Ein Verkauf der Tennishalle würde ihm auch mehr Freizeit bescheren, sagt Hoffmann. "Ich bin eigentlich von September bis April rund um die Uhr im Tennis-Center", schildert der verheiratete Vater von drei Kindern.

Doch noch steht nicht fest, ob es dazu kommt. Hoffmann hat eine Alternative im Blick: den Umbau zur Soccer-Halle. "Grevenbroich ist fußballverrückt", sagt er. Zudem bestehe im Umkreis von etwa 15 Kilometern kein solches Angebot. Soccer-Hallen gibt es etwa in den Städten Kaarst, Meerbusch und Düsseldorf.

Zielgruppen für eine Soccer-Halle seien beispielsweise Vereine, denen kein überdachtes Spielfeld zur Verfügung steht, aber auch Freizeitkicker, Betriebssportgruppen und Jugendliche. Soccer-Hallen sind etwa bei Kinder-Geburtstagen beliebt.

Fällt die Entscheidung für diese Lösung, sollen in der Halle drei Spielfelder für Hallenfußball - jeweils 15 mal 30 Meter groß - angelegt werden. Zudem soll, wie Uwe Hoffmann erläutert, "Kunstrasenboden mit Quarzsand und und Granulat verlegt" werden. "Das ist höchster Standard und schonend für die Gelenke", meint er. Auch ein kleines Geschäft mit Fußballartikeln sei dann geplant.

Im Gustorf war aber schon eine ganz andere Verwendung für die geräumige Halle im Gespräch: als weitere Flüchtlingsunterkunft - sie wäre dann die vierte im Ort. UWG-Ratsherr Hubert Rütten hatte in dieser Frage vor kurzem im Rathaus nachgehakt. Tatsächlich habe sich, wie Uwe Hoffmann erklärt, sich ein Interessent gemeldet, der die Immobilie kaufen und zu einer Asylbewerber-Unterkunft umbauen wolle.

Doch die Stadtverwaltung erklärte gestern auf Anfrage unserer Zeitung: "Die Tennishalle kommt als Flüchtlingsunterkunft nicht in Frage", so Stadtsprecherin Ines Hammelstein. "Sie ist aus baulichen Gründen dafür nicht geeignet."

Quelle: NGZ
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