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Grevenbroich
Gustorfer verfasst Krimi über seine Heimat

Grevenbroich. Es ist zwar bereits sein siebtes Werk, aber seinem ersten Grevenbroich-Krimi fiebert Achim Grintsch mächtig entgegen. Schließlich lässt er im Flair der 1960er Jahre nicht bloß einen mysteriösen Mordfall entlang der Stätten seiner eigenen Jugend aufrollen. Die Story trägt durchaus autobiografische Züge. "Darin wird der Tod meiner Eltern verarbeitet", erzählt der Grafiker über Aspekte der tatsächlich erlebten Familiengeschichten in Kombination mit einem ausgedachten Mordfall. Von Valeska von Dolega

Diese Mischung hat er auch gewählt, weil "es ja fast immer für alle anderen, außer einem selbst, langweilig ist, sich mit der Verwandtschaft zu beschäftigen." "Tod gespielt" lautet der Titel des aktuellen Werks, das sich gerade in Druck befindet. Ein Ich-Erzähler namens Paul Gärtner, 14 Jahre jung, ist seit geraumer Zeit Patient in einer psychiatrischen Anstalt. Angeblich hat er seine Mutter getötet.

Geschichten hat sich der Wahl-Kölner, zu dessen literarischen Idolen Paul Auster und John Irving wegen ihrer kryptischen Art des Erzählens zählen, "schon immer gerne". Aus "Respekt vor der Komplexität eines Romans" musste er zunächst 50 Jahre alt werden, ehe sein erstes Buch - übrigens ein Köln-Krimi - publiziert wurde. Das war 2005. Seitdem arbeitet er als Hobby-Schriftsteller nach Feierabend kontinuierlich. "Täglich schreibe ich mindestens zwei Stunden. Und schaffe so zwei bis vier Seiten am Tag. Selten mehr."

Als Ergebnis liegen inzwischen sieben Bücher vor, vier davon sind "Komödien mit einer leichten kriminalistischen Tendenz". Inspirationsquelle für die handelnden Personen ist die eigene Fantasie, die Arbeit zum aktuellen Titel nahm er im Oktober vergangenen Jahres auf, "die letzten Seiten habe ich im Osterurlaub auf Föhr geschrieben".

Und damit das richtige Grusel-Mitfieber-Gefühl entsteht, wurden außer der Ehefrau einige kritische Erstleser ausgewählt. Der Bruder musste maßgeblich die Richtigkeit der familiären Ereignisse überprüfen, ein "guter Freund, ehemaliger Schulkamerad und Grevenbroicher" sorgte für die notwendige Prise Lokalkolorit. "Der größte Teil der Handlung spielt an den Originalschauplätzen in Gustorf: Mietshaus, Kindergarten, Schule, Kirche, Turnverein, Kneipe, Bäcker, Friseur. Bis auf die Schule gibt es diese Orte noch." Zwar ist Grintsch in Gustorf und Grevenbroich aufgewachsen, und vieles ist seither "unverändert geblieben". Aber sicher ist sicher, also musste der Freund die im Buch vorkommenden Lokalitäten checken. Und um sicher zu gehen, "dass die Darstellung und die Taten der siebenjährigen Hauptperson realistisch sind", setze er einen befreundeten Psychologen ans Skript.

Übrigens ist der Autor live mit seinem Neuling zu erleben: Donnerstag, 28. September, gastiert er ab 19.30 Uhr in der Stadtbücherei. Der Eintritt zur Krimi-Lesung ist frei, Hutspenden für den Autoren sind herzlich willkommen.

Quelle: NGZ
 
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