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Grevenbroich
Heike Troles will Wahlkreis direkt holen

Grevenbroich. Die 47 Jahre alte Grevenbroicherin ist zur Landtagskandidatin der CDU im Südkreis gewählt worden. Die Mutter von zwei Kindern hat sich viel vorgenommen: Sie will auf direktem Wege ihren SPD-Konkurrenten Rainer Thiel schlagen. Von Wiljo Piel

Mit dem Wahlkampf beginnt Heike Troles - sofort. Heute schlägt die 47-Jährige beim Pfarrfest in Rommerskirchen auf, am Montag beim Frühschoppen im Dormagener Festzelt. "Ich muss mich bekannt machen, das duldet keinen Aufschub", sagt die Mutter von zwei Söhnen (10, 17). Und sie weiß: "Bis zur Landtagswahl im Mai nächsten Jahres liegt noch eine Menge Arbeit vor mir." Ihr Ziel ist es, den Wahlkreis 45 direkt zu holen - und ihren Gegner Rainer Thiel (SPD) in die Schranken zu verweisen.

Die 46 CDU-Delegierten - jeweils 20 aus Grevenbroich und sechs aus Rommerskirchen - haben sich entschieden: Heike Troles wird Landtagskandidatin der Union im Südkreis. In geheimer Wahl erhielt die Bilanzbuchhalterin 31 Stimmen, Mitbewerber Michael Willmann aus Rommerskirchen musste sich mit 14 begnügen. Es gab eine Enthaltung. "Das war ein deutliches Ergebnis, damit können wir sehr zufrieden sein", sagt der Grevenbroicher Parteichef Wolfgang Kaiser.

Dass das Dormagener Lager offenbar mit (einer kleinen) Mehrheit für die Kandidatin aus der Schlossstadt votiert hat, stimmt den Stadtverbandsvorsitzenden zuversichtlich. "Ich bin erleichter. Die internen Diskussionen um die Kandidatur ist beendet - jetzt geht es darum, gemeinsam nach vorne zu schauen", sagt Kaiser. In der nächsten Woche will er mit den Fraktions- und Parteivorsitzenden aus Dormagen und Rommerskirchen ein Treffen vereinbaren; bei dieser Gelegenheit sollen Strategien für den Wahlkampf erarbeitet werden.

"Wir haben eine sehr gute Kandidatin - und ich glaube, dass ihre Ansage, Rainer Thiel im Direktmandat zu schlagen, durchaus im Bereich des Realen liegt", sagt Wolfgang Kaiser. Zwar genieße Thiel als Mitglied des Landtages gewisse Vorteile - "aber das dürfte zu schaffen sein", betont Kaiser. In Hans-Christian Markert, der für die Grünen seinen Hut in den Ring wirft, sieht der Stadtverbands-Chef eher keine Konkurrenz: "Er ist nicht wirklich eine Gefahr. Und dass Rot-Grün auf Wahlbezirksebene kein Team sind, sehe ich für die CDU eher als Vorteil", meint Wolfgang Kaiser.

Mit Heike Troles stellt die Grevenbroicher CDU nach vielen Jahren wieder eine Landtagskandidatin. Im Jahr 2000 war Holger Leusch aus Wevelinghoven Kandidat, er unterlag dem SPD-Mann Edmund Feuster aus Kapellen. Bislang war Troles noch nicht auf der Verliererseite, bei den Kommunalwahlen seit 2004 holte sie ihren Wahlkreis stets direkt - bei starken Gegenkandidaten und in Zeiten, als die CDU in Grevenbroich hoffnungslos zerstritten schien.

Wofür sie steht, das will Heike Troles in den kommenden Monaten in den drei Kommunen des Wahlkreises deutlich machen. "Ich möchte starke Präsenz zeigen und auf die Leute zugehen, die Nähe zum Bürger ist mir sehr wichtig", sagt die 47-Jährige. Darüber hinaus setzt die Grevenbroicherin auch auf eine Kooperation mit den CDU-Kandidaten aus den beiden anderen Wahlkreisen. "Jörg Geerlings und Lutz Lienenkämper sind bereits gewählt worden. Ich denke, dass wir gemeinsam ein starkes Team im Rhein-Kreis Neuss bilden."

Quelle: NGZ
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