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Grevenbroich
Heimatforscher Peter Zenker gibt neues Buch über Neurath heraus

Grevenbroich. Peter Zenker kann es nicht lassen. Der 78-Jährige, der heute in Siegburg lebt, hat mittlerweile das dritte Buch über seinen ehemaligen Heimatort herausgegeben. Es heißt schlicht "In Neurath" und beschäftigt sich mit der Entwicklung des im Süden der Stadt gelegenen Dorfs. Mittlerweile hat er bereits mehr als 1000 Buchseiten über den Ort veröffentlicht - doch am Ende ist Zenker damit noch lange nicht. "Es gibt reichlich Stoff für weitere Titel", sagt der ehemalige Präsident des Oberbergamtes für die Länder Brandenburg und Berlin.

In neun Kapiteln schildert Peter Zenker die Entwicklung eines von der Landwirtschaft geprägten Dorfs bis hin zum Industriestandort. Er erinnert an die ersten Firmengründungen zu Beginn des Braunkohlenbergbaus und an die Brikettproduktion. Und er geht auf den Bau neuer Siedlungen ein, der mit der Industrialisierung einherging. "Ein schlauer Landwirt hatte damals eine Marktlücke entdeckt und rasch eine Ringofenziegelei gegründet, die den Baustoff für die vielen Häuser lieferte", schildert Zenker. Sogar in Kapellen hat er ein Gebäude ausfindig gemacht, das 1925 mit Ziegeln aus Neurath errichtet wurde.

Parallelen zur heutigen Zeit schlägt Zenker mit einem Bericht über das Flüchtlingslager am ehemaligen Tagebaurand, in dem 30 Familien nach dem Zweiten Weltkrieg eine Zuflucht fanden - unter damals menschenunwürdigen Bedingungen. Der heute 78-Jährige gehörte zu den damaligen, oftmals gehänselten "Kippenkindern" und erinnert sich an den Integrationsprozess, der nur schleppend voranging. "Nach und nach weichte die Ablehnung der Vertriebenen durch die Einheimischen auf. Denn man sah, dass die Flüchtlinge bei der Arbeit zupackten - ob auf dem Bau, in der Landwirtschaft oder, wie mein Vater, in der Braunkohle", berichtet er. Den Kindern sei es leichter gefallen - man habe zusammen gespielt und Freundschaften geschlossen.

Stolz ist Peter Zenker auf das Titelbild seines neuen Buches. Im Vordergrund ist ein Landwirt auf einem Feld zu sehen, das früher einmal ein Braunkohletagebau war und auf dem Römer vor 2000 Jahren siedelten. Im Hintergrund reckt sich die Kraftwerkslandschaft in den Himmel. "Das Foto deckt die ganze Geschichte des Dorfs ab", sagt Zenker.

"In Neurath" soll in einer Woche in Buchhandlungen und im Versandhandel zur Verfügung. Der Geschichtsband kostet 20 Euro.

(wilp)
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