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Grevenbroich
Heimatlektüre für Nostalgiker

Grevenbroich: Heimatlektüre für Nostalgiker
Ein Teil des Covers des Grevenbroicher Heimatkalenders aus dem Jahr 1952. Dieser und wenige andere Exemplare sind im Stadtarchiv einsehbar. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. Im Stadtarchiv erzählen Heimatkalender vom Grevenbroich der 1950er Jahre.

Manchmal muss man in die Vergangenheit blicken, um die Zukunft zu sehen: "Ist der Grüne Donnerstag weiß, so wird's im Sommer sicher heiß", so steht es im "Erftboten", dem "Heimatkalender für das Erftgebiet", wie es auf dem 1951 erschienenen Buchcover heißt. Es ist eines von drei Heimatkalendern für das Gebiet des ehemaligen Kreises Grevenbroich, die im Stadtarchiv auf der Stadtparkinsel gehütet werden.

Nicht nur zu Ostern weiß der Erftbote schlaue Bauernregeln zu verkünden. Für jeden Monat des Jahres bot das Buch einige pfiffige Wetterregeln zum Nachlesen. Doch dies war nur ein kleiner Teil der Heimatbücher aus den 1950er Jahren. Zahlreiche Aufsätze und Reiseberichte aus der Region finden sich ebenfalls in den Büchern.

"Die Idee damals war wohl, Kulturgeschichte und Alltagsthemen in einer Art Jahrbuch zu versammeln", sagt Thomas Wolff vom Stadtarchiv. Dem Archiv liegen je ein Exemplar aus dem Jahr 1925, 1951 und aus dem Jahr 1953 vor. Diese beiden letzteren Ausgaben sowie Ausgaben aus dem Jahr 1927 und 1952 liegen auch beim Archiv des Rhein-Kreises Neuss vor.

Archivar Wolff stellt dabei einen Unterschied zwischen den Ausgaben aus den 20er-Jahren und den 50er- Jahren fest: "In dem Buch von 1925 finden sich Berichte von Verwaltung und Wirtschaft, die Bücher aus den 50er-Jahren haben eher einen unterhaltenden Berichtsstil." So lauten zum Beispiel Aufsatztitel aus dem Buch des Jahres 1951: "Von der Seele unserer Landschaft" oder "Wo ist Heimat?". In zahlreichen Artikeln wird von Wanderungen und Spaziergängen berichtet, wird die Flora und Fauna entlang des Weges und der Erft beschrieben. Es finden sich auch alte Erzählungen in den Heimatkalendern, meist unter dem Titel "Was sich die Leute an der Erft erzählen". Darunter finden sich Geschichten von Bauern, Hexen oder Wichtelmännchen. Sie tragen Namen wie "Der Geist des Sterbenden im Pfarrhause zu Elsen" oder "Der Wunderschäfer zu Neurath". Auch Praktisches enthielten die Kalender: Tipps zum Einwecken von Lebensmitteln, Datumsanzeigen für das kommende Jahr oder Übersichten über die Namenstage.

Einsehbar sind die Kalender im Stadtarchiv Grevenbroich unter folgender Adresse: Stadtparkinsel, Grevenbroich. Außerhalb von Feiertagen ist geöffnet von Montag bis Donnerstag (8 bis 12 sowie 13 bis 16 Uhr), freitags geschlossen. Besucher sollten sich anmelden unter der Telefonnummer 02181 608641.

(mre)
 
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