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Grevenbroich
Hemmerdener testet ein Taxi, das es noch gar nicht gibt

Grevenbroich. Da blickt die Konkurrenz schon mal neidisch, wenn Steven Sürder mit seiner neuen Nobel-Droschke vorfährt. Denn das Auto, das der 31 Jahre alte Hemmerdener zurzeit durch Grevenbroich kutschiert, ist noch gar nicht erhältlich. Zumindest nicht in der Taxi-Version. Sürder ist einer von bundesweit 120 Taxi-Unternehmern, die von Mercedes-Benz mit einem Dauertest der neuen E-Klasse-Baureihe W 213 beauftragt wurden. "Im Rhein-Kreis Neuss bin ich der einzige, der dieses Fahrzeug einsetzen kann", sagt er.

Steven Sürder gilt als markenaffiner Kunde. Bis auf zwei tragen alle seine Taxis den Stern im Kühlergrill. "Diese Treue ist mit einem der Testwagen belohnt worden, die vornehmlich in Großstädte ausgeliefert wurden", sagt der 31-Jährige. Der Hemmerdener wird das Fahrzeug nun ein Jahr lang genauestens unter die Lupe nehmen. Sein Auftrag: Fahren, fahren, fahren - und Verbesserungsvorschläge notieren. Alle 5000 Kilometer muss Sürder den Wagen mit dem Stuttgarter Kennzeichen zu Mercedes in Düsseldorf bringen, wo er einige Stunden lang durchgecheckt wird.

Bislang ist er zufrieden: "Der fährt sich gut", berichtet der Unternehmer: "Das Auto bietet vor allem viel Sicherheit für den Fahrer und seine Fahrgäste." Um dieses Modell würde er seine Flotte gerne erweitern, doch noch sind die neuen E-Klasse-Modelle mit dem Namen "Das Taxi" nicht erhältlich. "Die ersten Fahrzeuge werden erst im September ausgeliefert", sagt Steven Sürder. Bis dahin ist sein Testwagen noch etwas Besonderes, ein Exot auf den Straßen des Rhein-Kreises.

Und hinter dessen Lenkrad will natürlich jeder Mitarbeiter aus Sürders Firma einmal Platz nehmen. "Damit es zu keinen Reibereien kommt, haben wir uns darauf geeinigt, dass jeder meiner 40 Fahrer mal dran kommt", sagt der Chef. Es sind bereits "Dienstpläne" für den Flitzer ausgearbeitet worden.

Dauertests wie den von Mercedes hält der Hemmerdener Unternehmer für sinnvoll. "Taxis müssen einiges aushalten. Sie werden anders, sehr viel härter strapaziert als normale Familienfahrzeuge", sagt Steven Sürder. 500.000 Kilometer müsse eine Droschke mindestens halten. Sein Spitzenreiter: Im vergangenen Jahr musterte Sürder einen Wagen aus, der zwar sagenhafte 700.000 Kilometer auf dem Tacho, aber immer noch den ersten Motor unter der Haube hatte.

(wilp)
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